Zertifikate

Dabei handelt es sich um Derivate, das heißt um auf Aktien bezogene Rechte. Zertifikate werden von Finanzinstituten verkauft und zu vorher in einem bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hinterlegten Börsenprospekt definierten Bedingungen gehandelt. Zertifikate gibt es in sehr vielen Spielarten und bei vielen handelt es sich tatsächlich um ein Börsenspiel: Man kann darauf setzen, dass eine Aktie einen bestimmten Wert unter- oder überschreitet, oder einen Wert nicht über- oder unterschreitet (Seitwärtsbewegung). Die Bandbreite ist hier sehr groß.

Relativ neu sind die sogenannten Faktorzertifikate, mit denen Sie mit einem vorher festgelegten Hebel (=Faktor) auf steigende oder fallende Kurse setzen können. Bei einem Faktorzertifikat mit dem Faktor 2 etwa gewinnt der Wert des Faktorzertifikates um 2% hinzu, wenn der Basiswert, die Aktie, um 1% hinzugewinnt, bei 2% gewinnt das Zertifikat um 4%, bei 4% sind es 8% etc. Diese Preisentwicklung gilt natürlich auch umgekehrt, das heißt, verliert die Aktie um 1% an Wert, so verliert das Faktorzertifikat um 2% an Wert. Die Faktorzertifikate können daher eine Gelegenheit sein, auf einen eindeutigen Trend zu setzen und überproportionale Wertzuwächse zu erzielen. Allerdings muss man neben dem höheren Verlustrisiko im Vergleich zu Aktien wissen, dass Faktorzertifikate sich jeweils auf den Vortagesschlusskurs beziehen und daher bei schwankenden Kursen mit der Zeit an Wert verlieren können. Grund ist, dass der Preis des Zertifikates jeden Tag neu berechnet wird. Ein Beispiel macht dies deutlich: Eine Aktie steht bei einem Kurs von 50 Euro, und ein Faktorzertifikat kostet ebenfalls am Tag der Emission 50 Euro. Fällt die Aktie nun am ersten Tag um 10% auf 45 Euro, so verliert das Faktor-Zertifikat 20% und wird daher nur noch für 40 Euro gehandelt, da es ja mit einem Hebel von 2 ausgestattet ist. Wenn am folgenden Handelstag die Aktie wieder von 45 Euro auf 50 Euro steigt, ist die Aktie um 11,1% gestiegen. Das Faktorzertifikat steigt nun mit dem konstanten Hebel 2 um 22,2% (verdoppelter Kursanstieg des Basiswertes). Dies sind gemessen am Tagesschlusskurs 48,80 Euro. Während die Aktie wieder auf ihrem alten Niveau ist, hat das Faktorzertifikat an Wert verloren. Das heißt aber nicht, dass Sie das Faktorzertifikat grundsätzlich als ungeeignet abtun müssen.

Es ist sicher nichts für den langfristigen Vermögensaufbau, aber als Spielerei nebenbei nicht schlecht, wenn Sie eine eindeutige mittelfristige Kursentwicklung vorhersehen! Dann sollten die übrigen mindestens 95 % Ihres Depots schon langfristig und sicher angelegt sein, denn nur diese Form der Anlage ebnet Ihnen mit dem einzigartigen Chance-Risiko-Verhältnis den Weg zum Vermögen mit Aktien.

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