Steinhoff-Aktie: Ist noch etwas zu retten?

Wer sich mit der Steinhoff-Aktie befasst, wird dieser Tage schnell als Zocker abgetan. Dies geschieht teilweise zu Recht, denn die Nachrichtenlage ist in der Tat erschreckend dünn. Wer keine Informationsgrundlage für die Entscheidung über den Kauf einer Aktie bilden kann und dies dennoch tut, ist ein Zocker.

Bulls vs. Bears 

So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass in den Wertpapierforen eine regelrechte Schlacht um den Ausgang der Sache: Insolvenz oder Vervielfachung des Aktienpreises, tobt. Ich habe mich schon vor einigen Wochen mit Steinhoff beschäftigt und bin damals zu dem Schluss gekommen, dass anhand von verschiedenen abgeleiteten Parametern die Sache gut ausgehen könnte.

Keine Nachrichten – keine Entscheidungsgrundlage

Das völlig realistische Szenario eines Totalverlustes bzw. einer Insolvenz von Steinhoff bleibt natürlich. Die Milliardenklage des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Wiese ist nicht gerade hilfreich. Der POCO-Anteil, um den mit XXXLutz gestritten wurde, ist mittlerweile verkauft. Ganz entscheidend für den Absturz der Aktie ist indes die dünne Nachrichtenlage – in solch einer Situation werden keine Nachrichten als schlechte Nachrichten gedeutet. Dem entspricht, dass sich derzeit gar keine Käufer für die Aktie finden und diese – als Pennystock – den Tradern überlassen bleibt. Denn angesichts eines Aktienpreises von 13 oder 14 Cent ist prozentual schon ein Cent Kursunterschied ein gewaltiger Sprung, vor allem wenn mit Hebel gehandelt wird.

Langfristige Perspektive

Wenn man – wie ich – an der langfristigen Entwicklung von Steinhoff interessiert ist, ist derzeit (leider) alles offen. Klassisch für Contrarian-Investments ist, dass man auch einmal dann zuschlägt, wenn alle anderen aus einem Papier geflüchtet sind. Dies entbindet aber nicht davon, eine Entscheidungsgrundlage zu entwickeln. Diese sehe ich derzeit noch nicht.

Von den zwei möglichen auf fool.de genannten Szenarien – „Stagnation als Pennystock in Händen der Banken oder erneuter Aufbruch mit reduziertem Eigenkapital“ – ist derzeit das Pennystock-Szenario zu beobachten. Wenn die Sache gut geht, wird es auch angesichts des von PwC genannten Zeitraums bis Ende des Jahres für die Vorlage neuer Bilanzen sehr lange dauern, bis sich ein Contrarian-Investment auszahlen könnte. Dies ist zwar nicht untypisch, sollte aber wohl überlegt sein.

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