Laura Ashley

Ex-Dividendentraum Laura Ashley nach dem Absturz – Geht das neue Konzept auf?

Die Aktie des britischen Retailers ist ein klassischer Pennystock, der aktuell bei ca. 4 britischen Pence (p) notiert. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen Bekleidungs-, Möbel- und Dekorationsartikelhändler, der insbesondere im britischen Markt beheimatet ist, zudem aber im US-Amerikanischen Markt und in Asien durch Lizenzierungen präsent ist.

Kurze Geschichte des Unternehmens 

Laura Ashley ist ein ursprünglich 1953 durch die Eheleute Laura und Bernhard Ashley gegründetes Unternehmen, das in kürzester Zeit zu einer großen Handelskette heranwuchs. Hierzu soll u.A. das Auftreten von Audrey Hepburn als Stilikone beigetragen haben. Denn der Stil der einst von Laura Ashley produzierten Kopftücher fand dadurch eine enorme Nachfrage und ermöglichte eine rasante Expansion. Laura Ashleys Markenkern dürfte typisch britische, hochwertige Einrichtung sein, dabei sind bestimmte Motive, insbesondere Blumen charakteristisch. Laura Ashley starb 1985. Nach zahlreichen Schwierigkeiten in den späten 80er Jahren und in den 90er Jahren fand das Unternehmen wieder auf den Weg der Profitabilität zurück. Ende der 90er Jahre übernahm die im Eigentum des 79-jährigen Investors Dr. Khoo Kay Peng stehende Holding MUI Asia Limited den Großteil der Anteile und operativen Einfluss.

Der „Abstieg“ eines Dividendentraums

Die Attraktivität der Aktie beruhte für viele Anleger über Jahre hinweg darauf, dass fast sämtliche Gewinne verlässlich als Dividende an die Aktionäre zurückflossen. Dies ist für einen Retailer bemerkenswert, da sich bei einem stabilen Cash-Flow und im Verhältnis zur hohen Dividende von über 10% das Risiko gering war – oder schien. Seither ist die Aktie vor allem im britischen Stammmarkt unter Druck gekommen. Die derzeitige Notierung von 4p stellt das Allzeittief von Laura Ashely dar. Dividenden sind zuletzt nicht mehr ausgezahlt worden. Die Marke schwächelte zuletzt extrem.

Wie konnte es dazu kommen?

Das Unternehmen verzeichnet in den letzten Jahren starke Umsatzrückgänge, die derart rapide sind, dass man sich eine eigentlich eine umfassende Erklärung erwartet. Das Unternehmen gibt sich aber insgesamt sehr zurückhaltend mit Erklärungsversuchen. Offiziell wurden u.A auch Währungsschwankungen für die mangelnde Profitabilität angegeben. Zuletzt fielen die Umsätze um 7,7% (Gewinnwarnung im Februar 2018), nachdem bereits im Jahr 2017 zwei Gewinnwarnungen erfolgt waren. Der Online-Bereich entwickelte sich zwar etwas besser, aber keinesfalls gut genug, um die Verluste aus den Stores auszugleichen. Die Website soll jetzt nochmals neu aufgelegt werden (Relaunch), um das Online-Geschäft weiter auszubauen. Problematisch war u.A. auch ein Immobilienkauf für das neue Headquarter in Singapur, das wohl zu hoch in der Bilanz angesetzt worden war. In den Vorjahren gab es zudem immer wieder Management-Wechsel, dass die zuletzt massiven Umsatzrückgänge damit zu erklären sind, ist jedenfalls nicht gesichert und nicht sehr wahrscheinlich. Da viele traditionelle „klassische“ Bekleidungshersteller und Einrichtungshändler in den letzten Jahren ins Straucheln gekommen sind und ihren Appeal bei der neuen heranwachsenden Käuferschicht nicht erhalten können, dürfte dies auch Teil des Problems bei Laura Ashley sein. Hinzu traten im Übrigen kleinere Skandale wegen unfairem Verhalten gegenüber Mitarbeitern, die bei der für ethische Fragen sensibilisierten jüngeren Käuferschicht nicht besonders gut angekommen sein dürfte. Alles in allem fehlt damit – neben der älteren Stammklientel – die Erschließung der jungen Käufer mit frischen, neuen Ideen.

Laura Ashley Hotels – klappt das?

Als ein neues Geschäftsfeld sollen in Zukunft Laura Ashley Hotels lizensiert werden. Einige Hotels, die den Laura Ashley Einrichtungsstil mit dem Erlebnis eines britischen (ländlichen) Oberklassehotels verbinden, sind bereits in Betrieb und scheinen profitabel. In Zukunft soll dieses Konzept durch Lizenzierung weiter verbreitet werden. Genannt wurde eine Zahl von bis zu 200 Hotels, bei denen ein solches Konzept denkbar sei. Wenn dieses Konzept aufgeht, könnte es um Laura Ashley mittel- bis langfristig wieder besser stehen. Aktuell ist festzuhalten, dass das Langzeittief von 4p bemerkenswert ist und – typisch bei Pennystocks – große Chancen lauern, wenn die Aktie sich wieder an zweistellige Pence-Marken heranarbeiten kann. Ob dies gelingt, bleibt aus meiner Sicht derzeit noch abzuwarten. Man sollte aber die Entwicklung genau verfolgen. Denn insbesondere der Langzeitchart und die Historie immer wieder durch die Unternehmensführung bewältigter Problem kann Anlass zu der Hoffnung geben, dass es noch einmal gut geht und es in ein paar Jahren wieder zu Dividendenzahlungen kommt.

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  1. […] Der Onlinehandel ist stabiler, reicht aber nicht, um die Rückgänge im stationären Einzelhandel wett zu machen. Eine Dividende, die lange Jahre zweistellige Renditen erreichte, wird bereits seit einiger Zeit […]

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