Trading

Der Contrarian entdeckt das Trading

Ein scheinbarer Graben zieht sich zwischen Anlegern mit langfristiger Perspektive – zumeist Value-orientiert – und Trading, bei dem mit höherer Frequenz gehandelt und auf eher kurzfristige Gewinne innerhalb von Minuten, Stunden oder Tagen gesetzt wird. Ich bin überzeugt, dass langfristig orientierte Strategien mittels ETF oder Stock Picking das nervendschonendste und im Hinblick auf ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis ideale Mittel sind, um Vermögen sicher aufzubauen. Dies gilt insbesondere dann, wenn man nicht die Zeit oder das Interesse hat, sich vertieft mit dem Aktienmarkt und Analysen zu befassen – dann kommen ohnehin nur ETF in Betracht. Meine Empfehlung, die ich u.A. auch in meinem Buch ausspreche, gilt weiterhin für alle, die mit angemessener Rendite und ausgewogenem Portfolio ein Aktienvermögen ansparen wollen.

Trading = Jagd nach schnellem Geld?

Die kurzfristig orientierten Trader sind dagegen auf schnelles Geld aus und bedienen sich zumeist der Chartanalyse, um Marktverhalten und Kursverläufe vorherzusagen. Ich halte es hier wie so oft mit Warren Buffett – niemand kann kurzfristige Kursverläufe anhand von Charts sicher prognostizieren. Diese Erkenntnis spiegelt sich in Statistiken, nach denen insbesondere Daytrader nicht nur den Markt nicht schlagen, sondern im Schnitt hohe Verluste einfahren. Meine Beobachtung ist, dass viele ohne wirklich funktionierende Strategie traden – oftmals werden Trades mit der Hoffnung auf die richtige Entwicklung platziert, ohne die Entwicklung zu kennen oder statistisch eine positive Quote berechnet zu haben. Ist das Trading daher Alchemie?

In numbers we trust

Wer sich mit den entsprechenden Studien befasst, kann auch eine geringe Zahl von Tradern ausmachen, die konstant sehr profitabel traden. Mehr oder weniger zufällig bin ich vor ca. 18 Monaten auf ein ganzes wissenschaftliches Feld gestoßen, das sich mit kurzfristigen Preisschwankungen befasst. Im Kern geht es dabei um sog. Mean Reverts, das heißt verkürzt die – der Markteffizienzhypothese entgegengesetzte – These, dass es am Aktienmarkt zu Übertreibungen kommt, die in der Folge wieder korrigiert werden. Wer Zeitpunkte ausmachen kann, zu denen diese Mean Reverts auftreten, kann relativ konstant auf die Korrektur der Übertreibungen setzen.

Seither habe ich Buch geführt und nach Kosten eine hohe Profitabilität der auf Grundlage der ausgewerteten Literatur angewandten Strategie entdeckt. Leider waren meine Versuche, einen Partner für die Algorithmisierung zu finden, bislang erfolglos. Zwischenzeitlich hatte ich daher ein kurzes Ebook verfasst, um die Strategie auf diesem Wege zu teilen. In der zweiten Stufe habe ich nun angesichts der weiterhin hohen Profitabilität beschlossen, die Strategie weiter auszuführen und händisch zu verfeinern. Die US-amerikanischen Wissenschaftler, mit denen ich Kontakt aufgenommen habe, haben zwischenzeitlich berichtet, dass ein paar Hedgefonds eine Variante meiner Strategie bereits anwenden. Diese haben natürlich vollkommen andere Ressourcen, u.A. professionelle Software und mathematischen Know-How, das ich nicht im Ansatz habe.

Allerdings werde ich nicht aufgeben, die Performance der Strategie – die mich wirklich auch als langfristig orientierten Börsianer fasziniert – zu dokumentieren und weiterzuentwickeln. Schließt sich das für einen Value-Anleger aus? Ich denke nein, denn vor allem anderen begeistern mich Contrarian-Ansätze: What comes up, must come down! Mean Reverts sind ein Beispiel für solche Contrarian-Marktbewegungen, die ich weiterhin im Blick behalten werde. Weitere Informationen folgen!

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