Contrarian

Was ist ein Contrarian-Investor?

Ein Contrarian definiert sich nach dem Sprachgebrauch darüber, gegen etwas zu sein. Die Contrarian-Position in Aktien, die in diesem Finanzblog vertreten wird, ist jedoch kein Selbstzweck. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Investments in Aktien überdurchschnittlich lohnen können, auch oder gerade weil es selten jemand für möglich hält und man gegen den Strom schwimmt. Wie sagte es Warren Buffett, jetzt schon eine Legende für alle Aktionäre: „Die beste Zeit zum Aktien kaufen ist, wenn alle anderen Angst haben“. Natürlich sollte man keine unnötigen Risiken beim Eingehen von Investments in Aktien eingehen. Ein Contrarian ist kein Zocker und es ist sehr wichtig, wichtiger noch als beim Setzen auf Trends, dass der Contrarian sich Kennzahlen und Bilanzen vornimmt und konservative Bewertungen von Unternehmen vornimmt. Auch am Aktienmarkt liegen die Gewinne im Einkauf. Auch der Preis einer Aktie muss stimmen. Der Contrarianism versteht sich als Anleger, der bei besonders guten Unternehmen ausschließlich bei günstigen Bewertungen zugreift.

Kaum eine Frage wird auf Investment Blogs so intensiv diskutiert, wie die nach der richtigen Strategie. Wahrscheinlich lässt sich sogar jeder Investment Blog zu Aktien Investments auf die Frage reduzieren, welche Investmentstrategie dem Blog zugrunde liegt. Nach Studien kann die Trendfolge („the Trend is your Friend“) eine besonders erfolgreiche Strategie sein. Sozialpsychologisch nachvollziehbar, kann es sich lohnen, zu den Aktien zu greifen, die die Mehrheit der Anleger für ertragreich hält. Gerade aber wegen des Herdentriebs, der oft kurzfristig entsteht, muss der Kurs – wie oft bei starken Rallyes – nicht den inneren Wert einer Aktie abbilden.

Meine erfolgreiche Strategie als Contrarian in Aktien befasst sich mit den nicht beachteten, abgeschriebenen Papieren, von denen die Mehrzahl der Anleger nichts oder nicht viel erwartet, entweder wegen zu kurzfristiger Betrachtung oder wegen politischer oder emotionaler Abwertungen. Es geht ausschließlich um insbesondere  langfristige Investments, die sich nicht an Massenmeinungen orientieren, sondern versuchen, unabhängig ungerechtfertigte Herdentriebe zu vermeiden.

Weiterführende Informationen gibt es hier in einem Artikel der FAZ – Anlagestrategien und bei Investopedia.

Warum Contrarian sein?

Warum soll das erfolgreich sein – zunächst ist es erfolgreich, wenn ich meine bisherige Investment-Historie betrachte. Ich bin der Meinung, dass die meisten erfolgreichen Investoren mit individuellen Besonderheiten insgeheim Contrarian Investors sind. Betrachtet man etwa einzelne Aussagen der Investment-Legende Warren Buffett, so wird klar, dass seine Spezialität, sein Erfolgsrezept, das Identifizieren von substanziell stabilen Werten, gut gemanagten unprätentiösen Unternehmen ist. Diese lagen oftmals nicht im Trend – wobei Buffett freilich seit langem selbst der Trend ist -, waren aber gerade langfristig erfolgreich. Gerade der Faktor Zeit ist nicht zu unterschätzen: Um es mit der Börsenweisheit von André Kostolany zu formulieren, man sollte am besten nach dem Aktienkauf Schlaftabletten nehmen. Was hat das nun mit der Eigenschaft, Contrarian zu sein, zu tun? Um erfolgreich zu sein, müssen heute Werte erkannt werden, die in der Zukunft stark sind. Damit meine ich nicht nur einzelne Papiere wie Tesla und die FANG-Aktien, auf die sich viel Aufmerksamkeit der Börsenhändler und -beobachter konzentriert. Es kommt aus meiner auf diesem Investment-Blog dargestellten Sicht vielmehr darauf, heute zu erkennen, was in zehn Jahren stark ist, vor allem dann, wenn alle anderen Anleger Angst vor dem Einstieg haben. Der Contrarian-Investor ist beim Crash am stärksten. Dies gilt insbesondere für Privatanleger, die im Informationsdefizit gegenüber professionellen Marktteilnehmern sind („smart money“ vs. „dumb money“). Wer langfristige Chancen in einem Papier erkennt, weil er – um bei den genannten Beispielen zu bleiben – an Elektromobilität glaubt, sollte dann, damit sind wir wieder beim Timing, zugreifen, wenn es kein anderer mehr tut. Hier tun sich große Chancen auf! Andere Beispiele gefällig? Was ist mit Facebook zum Börsengang, den Anfängen der E-Mobility, deutschen und südeuropäischen Bankwerten, Werten aus der Textilbranche? Der Vorteil der Strategie liegt darin, unabhängig von den täglichen Aufs und Abs der volatilen Börsen und den schnellen Marktreaktionen auf Nachrichten zu sein. Denn was zählt, ist die richtige Einschätzung der langfristigen gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen, politischen und ökologischen Entwicklung. Darum geht es auf diesem Investment Blog.

Für wen ist dieser Investment Blog?

Dieser Finanzblog zu Contrarian Investments in Aktien dient dem Austausch über die langfristige Entwicklung von Aktien, Märkten und Investment-Ideen, die für den Moment abwegig klingen oder sogar kontraindiziert zu sein scheinen. Dabei spielt Markttechnik grundsätzlich keine Rolle, aber auch der Contrarian nimmt die Tools der Markttechnik zur Kenntnis und zieht daraus seine Schlüsse. Zwar sind für den Contrarian-Investor in Aktien, der auf langfristige Gegentrends setzt, kurzfristige Marktbewegungen nicht ausschlaggebend – der Contrarian-Investor ist nicht überwiegend Trader, sondern ein Contrarian-Value-Investor mit Sinn für historische, gesellschaftliche, technologische und ökologische Fakten, die den Preis eines Investments in Aktien in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren sehen. Gelegentlich gibt es aber auch für kurzfristige Marktbewegungen strukturelle Gründe, wie etwa um Veröffentlichungstermine herum. Als Contrarian sehe ich auch hier Chancen für Aktieninvestments, die sich sehr lohnen können. Mein Grundsatz ist dabei immer: Nur das machen, was man voll versteht. An der Börse und bei Contrarian Investment in Aktien verfolge ich einen wissenschaftlichen Ansatz, der auf gründliche Recherche und Beobachtung setzt. Lieber einmal eine Aktie zu wenig kaufen als eine zu viel. Getreu dem Motto von Warren Buffett: „Rule No. 1: Never lose money. Rule No. 2: Never forget about rule No. 1“.

Es gibt auch beeindruckende kurzfristige Contrarian-Trades. Man denke etwa an die Entwicklung der Lufthansa-Aktie, die, bereits totgesagt, wieder wie schon öfters in der Vergangenheit, eine beeindruckende Erholung hingelegt haben: Wer im Oktober 2016 gegen den Trend eingestiegen ist, konnte sein Geld innerhalb von sieben Monaten fast verdoppeln. Wie überall anders gilt aber auch hier: Chance nur gegen Risiko!

Der Contrarian-Investor versucht, langfristige Entwicklungen zu antizipieren und damit das spekulative Element des Investments, gering zu halten.

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Der Contrarian freut sich über jede Form von Beiträgen, sei es in Form der Diskussion, als Investment-Idee oder in Form der Kritik. Der Wortbedeutung Contrarian – frei übersetzt „Querdenker“ – steht es nicht entgegen, wenn Contrarians dem Ziel, unerkannte Langzeitinvestments gegen den Mainstream zu erkennen, gemeinsam näher kommen.

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