Outperformance

Mit „Outperformance“ ist die im Vergleich zum Gesamtmarkt oder einem anderen Vergleichswert  – wie der jeweiligen Branche – überdurchschnittliche Entwicklung einer Aktie bezeichnet. Die Sprache variiert im Einzelnen. Die Bewertung „Sector Perform“ oder „Market Perform“ sieht eine Aktie sich innerhalb der Branche bzw. des Marktes durchschnittlich entwickeln. Je nach Herausgeber der Empfehlung kann des Weiteren die Rede von „undervalued“, „overvalued“, „reduce“, „strong buy“, „trading buy“ etc. sein. Damit ist jeweils eine Analysteneinschätzung eines Wertpapiers verbunden. Diese sollten stets kritisch hinterfragt werden.

Optionen

Optionen sind verkürzt gesagt Rechte in Bezug auf den Handel mit Aktien: Das Recht etwa, eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Optionen gehören zu den Derivaten, von denen es sehr viele Spielarten gibt. Aus meiner Sicht sind Derivate für den risikoarmen Vermögensaufbau generell nicht zu empfehlen.

Rendite

Mit Rendite ist der effektive Zinsgewinne auf das investierte Kapital bezeichnet. Noch nicht berücksichtigt ist hierbei die derzeit niedrige Inflation. Wegen der Inflation – der Geldentwertung – ist es generell keine gute Idee, Sparvermögen auf dem niedrig verzinsten Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto liegen zu lassen, wenn es für den Lebensunterhalt und eine Grundsicherheit nicht benötigt wird. Die Rendite ist aus meiner Sicht nirgendwo im Verhältnis zu Chance und Risiko so gut, wie am Aktienmarkt. Erst durch eine angemessene Rendite entfaltet der Zinseszinseffekt seine wirklich großartige Wirkung für die Vermögensbildung.

Robo-Advisory

Während 2015 die Summe des in Deutschland durch Programme verwalteten Geldes 92 Millionen Euro betrug, ist diese bis 2017 auf 338 Millionen Euro angestiegen. Im Jahr 2021 sollen es nach einer Prognose bereits 1.35 Milliarden Euro sein. Die Tendenz ist also klar: Je schlauer die Maschinen werden, desto mehr Geld wird Ihnen anvertraut. Dies mag zu der Ansicht verleiten, generell könnten mit perfekten Informationen gefütterte Algorithmen bessere Anlageentscheidungen treffen als Menschen. Brad Katsuyama, der Autor von „Flash Boys: A Wall Street Revolt“ zeigt sich indes kritisch: 50-60% des Börsenvolumens seien von Robotern verwaltet, die die Unternehmen gar nicht einschätzen könnten und sich nur auf externe Parameter verließen.

Auch in Deutschland schläft der Markt nicht. Die größten Anbieter von algorithmenbasierten Anlagelösungen sind A.IX Capital (Düsseldorf), DeinAnlageberater.de (Traunstein), Easyfolio (Frankfurt a.M.), Ginmon (Frankfurt a.M.), growney (Berlin), Scalable Capital (München/London), LIQID (Berlin), Vaamo (Frankfurt a.M.), Visualvest (Frankfurt a.M.) und Whitebox (Weil am Rhein).

Die meisten dieser Anbieter setzen auf ETF, indem ein Risikoprofil anhand von Fragebögen ermittelt wird und dementsprechend in ein entweder statisches oder ein dynamisches, der Marktsituation laufend angepasstes Portfolio investiert wird. Bei einem statischen Portfolio wird in der Regel ein ETF auf das Portfolio, das neben Aktien auch Gold, Anleihen und weitere Assets enthalten kann, gekauft. Auch dynamische Portfolios setzen stark auf ETF, weil diese sich gut für eine breite Streuung eignen und praktikabel und funktional sind. Schauen Sie sich die Angebote an, die es gibt. Für den Moment denke ich, dass man sich des Spaßes beraubt, wenn man auf Roboter setzt – es gibt nichts Besseres, als sich über eine gute Anlage zu freuen.

Da ich absoluter Aktienfan bin, schließe ich auch gemischte Portfolios (Anleihen, Gold etc.) für mich aus – ETF kaufen ist so einfach, dass es im Übrigen jeder kann. Wer allerdings interessiert an einem gemischten Portfolio ist und dieses nicht selbst aufbauen möchte, der kann mit Robo-Advisors gut bedient sein, weil solche Anlagen einfach zu verwalten sind und mit der gebotenen breiten Streuung risikoarm sind, eben weil nicht nur Aktien enthalten sein müssen

Social Trading

Das Social Trading eröffnet die Möglichkeit, auf die wenigen erfolgreichen bzw. sogar auf die überdurchschnittlich erfolgreichen Trader zu setzen, indem man deren Positionen einfach nachkauft. Hierzu gibt es zwei verschiedene Modelle: Das erste Modell ist das Modell Wikifolio. Hierbei kaufen Sie nicht die einzelnen Trades nach, sondern ein Wikifolio funktioniert grundsätzlich wie ein ETF – es handelt sich um mit einer eigenen Wertpapierkennnummer ausgestattete Zertifikate. Wenn man so will, ein Zertifikat auf ein individuelles Depot aus Stockpicks.

Die Anteile an dem Wikifolio werden verbrieft und können schon zu Beträgen von 100 Euro gehandelt werden. Da sämtliche Trades vollständig transparent abgewickelt werden, kann man sich jederzeit einen Einblick über die Verwaltung und die Performance des Wikifolios verschaffen. Beachtung sollten Sie allerdings der Tatsache schenken, dass bei Wikifolio keine Profis, sondern Private unterwegs sind. Daher hat – wie beim Social Trading allgemein – eine herausragende Bedeutung, welche Historie die Trader aufweisen. Aus meiner Sicht sollte man sein Geld nur Menschen anvertrauen, die langfristig konstant, also durch mindestens einen Konjunkturzyklus hindurch, erfolgreich waren.

Vor allen anderen seriösen Tradern, die ihre Wikifolios veröffentlichen, muss man den Hut ziehen. Die Tatsache, dass der Verdienst nicht so groß ist, mahnt aber natürlich zur Vorsicht. Man sollte sich unbedingt anschauen, wie lange die Wikifolios schon bestehen und ob es wirklich Können und nicht Glück ist – Sie wissen schon, den Markt schlagen unter 10% der aktiven Trader! Für diejenigen, die das langfristig schaffen, ist es immerhin kein Mehraufwand, für die Ihnen gezahlten Performance-Provisionen Ihre schon bisher erfolgreichen Depots zu veröffentlichen.

Das zweite Modell ist das bei Ayondo und eToro, zwei der größten Anbieter, praktizierte Modell. Bei diesen Anbietern können einzelne Trades verschiedener Anlageklassen nachgebildet werden. Das heißt, indem Sie einem einzelnen Trader folgen, tätigen Sie alle Käufe, die der jeweilige Trader tätigt. Knackpunkt bei den Nachkäufen ist die Slippage, das heißt das Risiko, dass Ihr Kaufkurs nicht der gleiche Kaufkurs ist, wie der des Traders. Denn es soll immer zu einer wenngleich geringen, so doch mitunter nicht unerheblichen zeitlichen Verzögerung zwischen den ersten Trades und den Nachtrades. Wie stark sich dies auswirkt, hängt von dem jeweiligen Markt ab – sehr liquide ist der Forex-Markt, also der Devisenhandel. Das Gute bei den vorgenannten Anbietern ist, dass diese auch Demokonten mit fiktivem Kapital ermöglichen, so dass man sich hier ausprobieren kann, bevor man echtes Geld einzahlt.

REITs (Real Estate Investment Trust)

REIT ist die Abkürzung von Real Estate Investment Trust, die es nicht nur in den USA, wie der Name vermuten lassen könnte, sondern auch in Deutschland gibt. REIT zahlen sehr ordentliche Dividenden. REIT sind eine Form von Immobilienunternehmen, die aufgrund ihrer steuerlichen Privilegierung dazu verpflichtet sind, den Großteil ihrer Erträge als Dividenden an Anleger auszuschütten. REIT, die in den USA ihren Anfang haben und dort seit 1960 etabliert sind, sind seit 2007 (REIT-Gesetz) in Deutschland zugelassen. Sie müssen hierzulande zwingend in der Form der Aktiengesellschaft geführt werden und die jeweiligen Mutterkonzerne müssen Konzernabschlüsse nach dem (transparenteren) internationalem Standard IFRS erstellen.

Um die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt klein zu halten, ist des Weiteren in Deutschland der Kauf von Bestandswohnimmobilien beschränkt. Weitere Regulierungsaspekte betreffen die Festlegung auf das Kerngeschäft in Immobilien und hohe Anforderungen an die Streuung der Aktien.

Die Erträge von REIT werden nicht bei der Gesellschaft, sondern beim Anleger versteuert. REIT ermöglichen durch Ihre Unternehmensform Privatanlegern, indirekt in den Immobilienmarkt zu investieren, indem diese nicht das gesamte Kapital für einen Immobilienkauf aufbringen müssen, sondern sich nur über den Kauf von Aktien des jeweiligen REIT mit deutlich kleineren Anteilen am Immobilienmarkt beteiligen können. REIT sind insbesondere wegen Ihrer hohen Dividendenrenditen beliebt, die leicht über 5% liegen können. Es gibt einige Unternehmen, die über lange Jahre stabile Erträge geliefert haben und eine schöne Ausschüttungsquote aufweisen.

Stopp Loss

Bei Stopp Loss handelt es sich um eine vorsorgliche Order über den Verkauf einer Aktie, bevor diese eigentlich verkauft werden soll. Diese wird im Online Depot eingestellt – der Vorgang ist in den meisten Depots selbsterklärend. Es handelt sich bei der Stopp Loss Order um die Anweisung, eine Aktie bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses automatisch zu verkaufen. Dies schützt einerseits vor übertriebenen Verlusten in Folge einer Kurskorrektur; denn oft können Aktien zu einem späteren Zeitpunkt wieder verbilligt nachgekauft werden, wenn eine bestimmte Marke unterschritten ist. Zum anderen schützt die Stopp Loss Order auch bereits erzielte Kursgewinne: Man sollte – so banal dies klingen mag – stets vermeiden, aus einem intakten Trend auszusteigen. Dieser klassische Anfängerfehler, den jeder einmal begeht, ist einfach zu vermeiden, indem der Stopp Loss nachgezogen – also nachträglich über den Kurs des Kaufs bzw. Einstieg hinaus erhöht – wird. Diese Maßnahme schützt zusätzlich vor Verlusten und sichert den Kursgewinn. Die Aktien werden dann automatisch bestmöglich („Stopp Market“) oder zu einem Mindestpreis verkauft („Stopp Limit“).

Zinseszinsen

Mit den Zinseszinsen (oder: Zinseszinseffekt) ist gemeint, dass durch Zinsen, die ma auf Zinsen bekommt, Geld sich wesentlich schneller vermehrt, als wenn nur linear immer den gleichen Betrag zur Seite gelegt und gespart wird bzw. die Erträge ausgeschüttet und verkonsumiert werden.

Voraussetzung für den Zinseszinseffekt ist, dass die Zinsen immer reinvestiert werden. Werden also zum Beispiel Ausschüttungen aus investiertem Geld ausgezahlt, sollten diese zügig wieder angelegt werden. Ein einfaches Rechenbeispiel: Man legt 10.000 Euro an und bekommt darauf ordentliche, aber auch nicht übermäßige 8 % Zinsen. Im nächsten Jahr ist die Anlage 10.800 Euro wert. Im nächsten Jahr bekommt man wieder 8 % Zinsen. Diese werden aber nicht aus 10.000 Euro, dem Anfangsvermögen, sondern aus dem Betrag von 10.800 Euro berechnet, auf den das Anfangsvermögen in der Zwischenzeit angewachsen ist. 8 % von 10.800 Euro sind 11.664 Euro. Im nächsten Jahr bekommt man 8 % auf 11.664 Euro usw. Dies führt langfristig zu einem erstaunlichen – nicht intuitiven – Wachstumseffekt! Denn nach 30 Jahren sind aus 10.000 Euro 100.626,57 Euro geworden (bei einer Verzinsung von 11% sind es sogar 228.922,97 Euro).

Zertifikate

Dabei handelt es sich um Derivate, das heißt um auf Aktien bezogene Rechte. Zertifikate werden von Finanzinstituten verkauft und zu vorher in einem bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hinterlegten Börsenprospekt definierten Bedingungen gehandelt. Zertifikate gibt es in sehr vielen Spielarten und bei vielen handelt es sich tatsächlich um ein Börsenspiel: Man kann darauf setzen, dass eine Aktie einen bestimmten Wert unter- oder überschreitet, oder einen Wert nicht über- oder unterschreitet (Seitwärtsbewegung). Die Bandbreite ist hier sehr groß.

Relativ neu sind die sogenannten Faktorzertifikate, mit denen Sie mit einem vorher festgelegten Hebel (=Faktor) auf steigende oder fallende Kurse setzen können. Bei einem Faktorzertifikat mit dem Faktor 2 etwa gewinnt der Wert des Faktorzertifikates um 2% hinzu, wenn der Basiswert, die Aktie, um 1% hinzugewinnt, bei 2% gewinnt das Zertifikat um 4%, bei 4% sind es 8% etc. Diese Preisentwicklung gilt natürlich auch umgekehrt, das heißt, verliert die Aktie um 1% an Wert, so verliert das Faktorzertifikat um 2% an Wert. Die Faktorzertifikate können daher eine Gelegenheit sein, auf einen eindeutigen Trend zu setzen und überproportionale Wertzuwächse zu erzielen. Allerdings muss man neben dem höheren Verlustrisiko im Vergleich zu Aktien wissen, dass Faktorzertifikate sich jeweils auf den Vortagesschlusskurs beziehen und daher bei schwankenden Kursen mit der Zeit an Wert verlieren können. Grund ist, dass der Preis des Zertifikates jeden Tag neu berechnet wird. Ein Beispiel macht dies deutlich: Eine Aktie steht bei einem Kurs von 50 Euro, und ein Faktorzertifikat kostet ebenfalls am Tag der Emission 50 Euro. Fällt die Aktie nun am ersten Tag um 10% auf 45 Euro, so verliert das Faktor-Zertifikat 20% und wird daher nur noch für 40 Euro gehandelt, da es ja mit einem Hebel von 2 ausgestattet ist. Wenn am folgenden Handelstag die Aktie wieder von 45 Euro auf 50 Euro steigt, ist die Aktie um 11,1% gestiegen. Das Faktorzertifikat steigt nun mit dem konstanten Hebel 2 um 22,2% (verdoppelter Kursanstieg des Basiswertes). Dies sind gemessen am Tagesschlusskurs 48,80 Euro. Während die Aktie wieder auf ihrem alten Niveau ist, hat das Faktorzertifikat an Wert verloren. Das heißt aber nicht, dass Sie das Faktorzertifikat grundsätzlich als ungeeignet abtun müssen.

Es ist sicher nichts für den langfristigen Vermögensaufbau, aber als Spielerei nebenbei nicht schlecht, wenn Sie eine eindeutige mittelfristige Kursentwicklung vorhersehen! Dann sollten die übrigen mindestens 95 % Ihres Depots schon langfristig und sicher angelegt sein, denn nur diese Form der Anlage ebnet Ihnen mit dem einzigartigen Chance-Risiko-Verhältnis den Weg zum Vermögen mit Aktien.