Trading

Performance ERS seit 26.7. – Es sieht gut aus

Ich muss vorweg schicken, dass ich nach wie vor die langfristige Geldanlage in Aktien für den Königsweg der Geldanlage halte. Das Chance-Risiko-Profil ist ausgezeichnet und der Zinseszinseffekt kann bei wenig zeitlichem Einsatz zu einem Ansparen von beträchtlichem Aktienvermögen innerhalb eines langfristigen Zeitraums führen. Den entspannten Weg hierzu habe ich in meinem Buch veröffentlicht.

Gegenüber der Charttechnik bin ich nach wie vor sehr kritisch, die Statistik ist eindeutig. Es ist kein Geheimnis, dass nur zwischen 1% und 10% der kurzfristig orientierten Trader positive Ergebnisse erzielen. Denn kurzfristige Kursbewegungen zu prognostizieren ist, wenn es möglich ist, sehr sehr schwierig. Umso schwieriger dürfte dies auch zukünftig dadurch werden, dass weite Bereiche des Aktienhandels algorithmisch gesteuert ist.

Seitdem ich vor einiger Zeit über ein paar wissenschaftliche Artikel auf eine bestimmte Anomalie aufmerksam geworden bin, die es schon sehr lange sowohl in Bullen- und Bärenmärkten gibt, habe ich diese weiter verfolgt und immer wieder darüber berichtet. Wie alles sehr Aussichtsreiche, was einem im Leben begegnet, ist der Weg mühsam und steinig, dies nur vorweg. Es fühlt sich an, wie an einer Erfindung zu arbeiten, bei der jede Schraube einzeln justiert werden muss. Zieht man eine Schraube zu fest an, müssen alle anderen Schrauben nachgestellt werden. Nun verfolge ich die Strategie seit über zwei Jahren durch Recherche, Literaturauswertung und Dokumentation. Im Kern geht es bei der Strategie, wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, um sogenannte Mean Reverts, d.h. eine Contrarian-Strategie, die auf die Korrektur kurzfristiger, nahezu eindeutig identifizierbarer Fehlbewertungen setzt.

Nachdem ich mein Ebook, das ich u.A. zur Gewinnung von Feedback und Verfeinerung der Strategie verfasst habe, vom Markt genommen habe, habe ich die Veröffentlichung der Ergebnisse angekündigt. Zwischenzeitlich habe ich ein von meinen sonstigen Aktien getrenntes Musterdepot angelegt, um die Ergebnisse isoliert zu erfassen und darstellen zu können. Wenn es dabei bleibt, dass die Strategie konstant ertragreich ist, sollen die nächsten Schritte u.A. die Programmierung eines Algorithmus sein, mit dem der Handel automatisiert werden soll. Es wird sich zeigen, ob es zur Professionalisierung der Strategie kommt.

Seitdem ich die Ergebnisse (ab dem 26.7.2018) isoliert erfasse, hat ERS folgende Ergebnisse gebracht:

Alaska Air (+11,98%)
Fortune Brands Home & Security (+0,98%)
D.R. Horton Inc. (+6,21%)
Synchrony Financial (-3,62%)
Range Rescources (+3,68%)
Vulcan Materials (-3,67%)
Norma Group (-0,2%)
Teradata (+1,19%)
Activison Blizzard (+1,19%)
CBS (+0,79%)
Tyson Foods Inc. (+3,26%)
CBOE (-3,79%)
Cancom (+3,46%)
Tele Columbus (+2,51%)
Sixt (+2,07%)

Damit beläuft sich die Performance – einschließlich Kosten – innerhalb von drei Wochen auf 26,04%. Dabei waren von insgesamt 15 Transaktionen 11 profitabel und 4 unprofitabel. Ich werde die Strategie weiter umsetzen und verfeinern und über die Performance zu gegebener Zeit weiter berichten. Da es auch Wochen gibt, in denen die Kriterien für Mean Reverts nach ERS nicht erfüllt sind, ist sehr unterschiedlich, ob überhaupt Transaktionen durchgeführt werden.

P&G Aktie

P&G Aktie: Wann geht es wieder aufwärts?

Die Aktie des Kosumgüterherstellers Procter & Gamble (P&G) mit Sitz in Cincinnati hat, nachdem sie den tiefsten Stand seit vier Jahren nur knapp nicht nach unten gerissen hat, in den letzten Wochen wieder leicht hinzugewonnen. Ist die Situation angesichts der Abwertung jetzt günstig (Contrarian-Investment), um zuzuschlagen? Hierzu zunächst ein paar grundlegende Gedanken: Aktien von Konsumgüterherstellern wie P&G gelten als krisensicher. Denn, verkürzt gesagt: Hygieneprodukte benötigen Menschen immer, egal, wie es der Wirtschaft geht. Zudem gehört P&G zu den Dividendenchampions, die seit mehr als 100 Jahren eine Dividende an die Aktionäre auszahlen und sogar seit über 60 Jahren die Dividende stetig erhöht haben. Aktuell liegt die Dividendenrendite etwas über 3%. Kann man mit P&G überhaupt etwas falsch machen? Warum ist angesichts dieser phänomenalen Werte und des guten Chance-Risiko-Profils der Kurs überhaupt von über 85 EUR auf zeitweise bis beinahe 60 EUR gefallen?

Aktie P&G

Aktie P&G; Quelle: Finanzen.net

Zyklen von Wachstum und Profitsteigerung

Intern hatte P&G mit einigen Problemen zu kämpfen, u.A. mit einem verlangsamten Umsatzwachstum. Es ging, wohlgemerkt, nicht um Umsatzrückgänge, sondern verlangsamtes Wachstum. Einmalig war P&G zudem durch den durch US-Präsident Trump verordneten Tax Cut mit 628 Mio. Dollar belastet. Gleichzeitig befindet sich P&G in einem Umstrukturierungsprozess, in dessen Zuge einige Marken beerdigt und der Konzern sich auf seine umsatzstärksten Kernmarken konzentrieren will. In einigen Bereichen hatte P&G rückläufige Marktanteile zu verzeichnen, etwa bei der Marke Gillette. Damit ging ein Programm zur Senkung von Kosten und zur Effizienzsteigerung einher. Dass ein Umstrukturierungsprogramm mit rückläufigem Umsatzwachstum verbunden ist, ist grundsätzlich erst einmal kein Grund zur Besorgnis. Der Kurs reflektiert aus meiner Sicht die Phase, in der das Unternehmen derzeit steckt. Ein Gigant wie P&G muss längerfristige Zyklen von Wachstum durch Investition und Profitabilitätssteigerung durchlaufen.

Langer Atem ist gefragt

Angesichts der langfristigen guten Aussichten, der moderaten, im Hinblick auf die gewährleistete Sicherheit ansehnliche Dividende kann sich der Kauf der Aktie jetzt lohnen. Wie immer ist bei Contrarian Investments ein langer Atem gefragt; die aufzubringende Geduld ist indes Gegenstück des jetzt günstigen Preises. Auch zur Diversifizierung kann sich die P&G Aktie sehr gut eignen, da sich Konsumgüterhersteller auch in Krisen üblicherweise verhältnismäßig gut entwickeln.

Die Facebook-Aktie – Politische Börsen haben kurze Beine

Ich bin ein großer Freund von Langzeitentwicklung und der entsprechenden langfristigen Betrachtung von Charts. Eine meiner Grundüberzeugungen ist, dass viele Börsianer deutlich zu kurzfristig denken. Dies wird aktuell in der medialen Landschaft noch befeuert – der Newsflow, so scheint es mir, wird immer schneller und führt zu regelrechten Achterbahnfahrten ohne Berücksichtigung des jeweiligen Big Picture. […]

Dividenden – man lernt jeden Tag dazu

In den letzten Wochen bin ich nicht dazu gekommen, hier etwas zu aktuellen Zukäufen oder Beobachtungen zu schreiben. Das heißt aber nicht, dass nicht viel passiert ist, ganz im Gegenteil habe ich mich vertieft mit Dividenden beschäftigt, ein Thema, das bislang von mir zu Unrecht fast völlig unbeachtet geblieben ist. Weiterlesen