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ERS als Ebook – nun ist es doch passiert!

Ich habe mich nach langem Hin und Her dafür entschieden, die Contrarian Trading Idee „Emotion Reversal Strategy“ (ERS), die ich auf der Grundlage einiger wissenschaftlicher Publikationen entwickelt habe, nun doch als Ebook zu veröffentlichen. Es wird diejenigen, die meine Beiträge hierzu verfolgt haben, evtl. irritieren, da ich das bereits veröffentlichte Ebook zwischenzeitlich vom Markt genommen und weiter an der Strategie feilen und diese umsetzen wollte.

Hintergrund ist schlicht, dass mir die Zeit für die wirkliche Umsetzung der Strategie fehlt und ich mir dies nun einräumen muss. Ich bin beruflich als Rechtsanwalt stark eingespannt und habe es schon in der Vergangenheit kaum geschafft, zu den jeweilig günstigsten Momenten zu handeln. Einen Partner für die Entwicklung eines Algorithmus habe ich leider nicht gefunden.

In den über zwei Jahren, in denen ich mich mit ERS befasst habe, konnte ich keinen Kontraindikation ausmachen, der gegen die Profitabilität oder die fortgesetzte Anwendbarkeit der Strategie spricht. Auch die US-Amerikanischen Professoren, mit denen ich hierzu in Kontakt stand, haben (allerdings nur im Backtest und mit leicht anderem Fokus) ebenfalls die fortgesetzte Profitabilität der Strategie festgestellt und mir diese bestätigt. Der Preis von 89,– EUR für das Ebook mag manchen viel erscheinen. Im Hinblick auf die Arbeit, die ich investiert habe, denke ich, dass die geschriebenen Worte dies mehr als wert sind. Ich freue mich jedenfalls darauf, zu erfahren, welchen Weg die Strategie nimmt.

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Performance ERS seit 26.7. – Es sieht gut aus

Ich muss vorweg schicken, dass ich nach wie vor die langfristige Geldanlage in Aktien für den Königsweg der Geldanlage halte. Das Chance-Risiko-Profil ist ausgezeichnet und der Zinseszinseffekt kann bei wenig zeitlichem Einsatz zu einem Ansparen von beträchtlichem Aktienvermögen innerhalb eines langfristigen Zeitraums führen. Den entspannten Weg hierzu habe ich in meinem Buch veröffentlicht.

Gegenüber der Charttechnik bin ich nach wie vor sehr kritisch, die Statistik ist eindeutig. Es ist kein Geheimnis, dass nur zwischen 1% und 10% der kurzfristig orientierten Trader positive Ergebnisse erzielen. Denn kurzfristige Kursbewegungen zu prognostizieren ist, wenn es möglich ist, sehr sehr schwierig. Umso schwieriger dürfte dies auch zukünftig dadurch werden, dass weite Bereiche des Aktienhandels algorithmisch gesteuert ist.

Seitdem ich vor einiger Zeit über ein paar wissenschaftliche Artikel auf eine bestimmte Anomalie aufmerksam geworden bin, die es schon sehr lange sowohl in Bullen- und Bärenmärkten gibt, habe ich diese weiter verfolgt und immer wieder darüber berichtet. Wie alles sehr Aussichtsreiche, was einem im Leben begegnet, ist der Weg mühsam und steinig, dies nur vorweg. Es fühlt sich an, wie an einer Erfindung zu arbeiten, bei der jede Schraube einzeln justiert werden muss. Zieht man eine Schraube zu fest an, müssen alle anderen Schrauben nachgestellt werden. Nun verfolge ich die Strategie seit über zwei Jahren durch Recherche, Literaturauswertung und Dokumentation. Im Kern geht es bei der Strategie, wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, um sogenannte Mean Reverts, d.h. eine Contrarian-Strategie, die auf die Korrektur kurzfristiger, nahezu eindeutig identifizierbarer Fehlbewertungen setzt.

Nachdem ich mein Ebook, das ich u.A. zur Gewinnung von Feedback und Verfeinerung der Strategie verfasst habe, vom Markt genommen habe, habe ich die Veröffentlichung der Ergebnisse angekündigt. Zwischenzeitlich habe ich ein von meinen sonstigen Aktien getrenntes Musterdepot angelegt, um die Ergebnisse isoliert zu erfassen und darstellen zu können. Wenn es dabei bleibt, dass die Strategie konstant ertragreich ist, sollen die nächsten Schritte u.A. die Programmierung eines Algorithmus sein, mit dem der Handel automatisiert werden soll. Es wird sich zeigen, ob es zur Professionalisierung der Strategie kommt.

Seitdem ich die Ergebnisse (ab dem 26.7.2018) isoliert erfasse, hat ERS folgende Ergebnisse gebracht:

Alaska Air (+11,98%)
Fortune Brands Home & Security (+0,98%)
D.R. Horton Inc. (+6,21%)
Synchrony Financial (-3,62%)
Range Rescources (+3,68%)
Vulcan Materials (-3,67%)
Norma Group (-0,2%)
Teradata (+1,19%)
Activison Blizzard (+1,19%)
CBS (+0,79%)
Tyson Foods Inc. (+3,26%)
CBOE (-3,79%)
Cancom (+3,46%)
Tele Columbus (+2,51%)
Sixt (+2,07%)

Damit beläuft sich die Performance – einschließlich Kosten – innerhalb von drei Wochen auf 26,04%. Dabei waren von insgesamt 15 Transaktionen 11 profitabel und 4 unprofitabel. Ich werde die Strategie weiter umsetzen und verfeinern und über die Performance zu gegebener Zeit weiter berichten. Da es auch Wochen gibt, in denen die Kriterien für Mean Reverts nach ERS nicht erfüllt sind, ist sehr unterschiedlich, ob überhaupt Transaktionen durchgeführt werden.

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Der Contrarian entdeckt das Trading

Ein scheinbarer Graben zieht sich zwischen Anlegern mit langfristiger Perspektive – zumeist Value-orientiert – und Trading, bei dem mit höherer Frequenz gehandelt und auf eher kurzfristige Gewinne innerhalb von Minuten, Stunden oder Tagen gesetzt wird. Ich bin überzeugt, dass langfristig orientierte Strategien mittels ETF oder Stock Picking das nervendschonendste und im Hinblick auf ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis ideale Mittel sind, um Vermögen sicher aufzubauen. Dies gilt insbesondere dann, wenn man nicht die Zeit oder das Interesse hat, sich vertieft mit dem Aktienmarkt und Analysen zu befassen – dann kommen ohnehin nur ETF in Betracht. Meine Empfehlung, die ich u.A. auch in meinem Buch ausspreche, gilt weiterhin für alle, die mit angemessener Rendite und ausgewogenem Portfolio ein Aktienvermögen ansparen wollen.

Trading = Jagd nach schnellem Geld?

Die kurzfristig orientierten Trader sind dagegen auf schnelles Geld aus und bedienen sich zumeist der Chartanalyse, um Marktverhalten und Kursverläufe vorherzusagen. Ich halte es hier wie so oft mit Warren Buffett – niemand kann kurzfristige Kursverläufe anhand von Charts sicher prognostizieren. Diese Erkenntnis spiegelt sich in Statistiken, nach denen insbesondere Daytrader nicht nur den Markt nicht schlagen, sondern im Schnitt hohe Verluste einfahren. Meine Beobachtung ist, dass viele ohne wirklich funktionierende Strategie traden – oftmals werden Trades mit der Hoffnung auf die richtige Entwicklung platziert, ohne die Entwicklung zu kennen oder statistisch eine positive Quote berechnet zu haben. Ist das Trading daher Alchemie?

In numbers we trust

Wer sich mit den entsprechenden Studien befasst, kann auch eine geringe Zahl von Tradern ausmachen, die konstant sehr profitabel traden. Mehr oder weniger zufällig bin ich vor ca. 18 Monaten auf ein ganzes wissenschaftliches Feld gestoßen, das sich mit kurzfristigen Preisschwankungen befasst. Im Kern geht es dabei um sog. Mean Reverts, das heißt verkürzt die – der Markteffizienzhypothese entgegengesetzte – These, dass es am Aktienmarkt zu Übertreibungen kommt, die in der Folge wieder korrigiert werden. Wer Zeitpunkte ausmachen kann, zu denen diese Mean Reverts auftreten, kann relativ konstant auf die Korrektur der Übertreibungen setzen.

Seither habe ich Buch geführt und nach Kosten eine hohe Profitabilität der auf Grundlage der ausgewerteten Literatur angewandten Strategie entdeckt. Leider waren meine Versuche, einen Partner für die Algorithmisierung zu finden, bislang erfolglos. Zwischenzeitlich hatte ich daher ein kurzes Ebook verfasst, um die Strategie auf diesem Wege zu teilen. In der zweiten Stufe habe ich nun angesichts der weiterhin hohen Profitabilität beschlossen, die Strategie weiter auszuführen und händisch zu verfeinern. Die US-amerikanischen Wissenschaftler, mit denen ich Kontakt aufgenommen habe, haben zwischenzeitlich berichtet, dass ein paar Hedgefonds eine Variante meiner Strategie bereits anwenden. Diese haben natürlich vollkommen andere Ressourcen, u.A. professionelle Software und mathematischen Know-How, das ich nicht im Ansatz habe.

Allerdings werde ich nicht aufgeben, die Performance der Strategie – die mich wirklich auch als langfristig orientierten Börsianer fasziniert – zu dokumentieren und weiterzuentwickeln. Schließt sich das für einen Value-Anleger aus? Ich denke nein, denn vor allem anderen begeistern mich Contrarian-Ansätze: What comes up, must come down! Mean Reverts sind ein Beispiel für solche Contrarian-Marktbewegungen, die ich weiterhin im Blick behalten werde. Weitere Informationen folgen!