Magier der Märkte

[Rezension] Buch des Monats: Jack Schwager: Magier der Märkte – Next Generation: Teil 1: Die Makro-Gurus

Ich lese im Schnitt ein Finanzbuch pro Woche, so dass ich mir anmaße einen recht guten Überblick über die vorhandenen Titel zu haben. Es gibt eine schier unermessliche Fülle von Finanzbuchliteratur, manche sind schlecht, manche sind richtig gut und die meisten sind irgendwo dazwischen. Um es vorwegzunehmen: Jack Schwagers Titel: „Magier der Märkte – Next Generation, Teil 1: Die Makro Gurus“ ist eines der besten Finanzbücher, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind.

Worum geht es?

Jack Schwager ist Kenner der Finanzmärkte und eine gewisse Berühmtheit seit Erscheinen des Klassikers „Magier der Märkte“. Das Konzept Schwagers besteht darin, Interviews mit herausragenden Tradern – vom Solotrader bis hin zum Hedgefonds-Manager Ray Dalio – zu führen und diesen dabei durch geschickte Fragen echte Einsichten in das Verständnis der Märkte zu entlocken. Den Interviewteilen stehen jeweils Zusammenfassungen von Schwager voran, in denen er seinen individuellen Blick auf den Trader preisgibt und auch interessante Details zu den jeweiligen Interviews, die gewissermaßen zwischen den Zeilen stehen, nicht auslässt. Schwager geht dabei an die Grenze dessen, was den Kern des einzelnen Handelssystem ausmacht. Auch wenn natürlich keine konkreten Handelssysteme der jeweiligen Trader bekannt gegeben werden, kann man als Börsianer eine Menge mitnehmen.

Was macht das Buch so gut?

Dabei muss man zunächst festhalten, dass Teil 1 der Reihe: Die Makro-Gurus, kein „Easy Read“ ist. Das liegt einfach daran, dass die Interviewpartner obsessive Börsianer sind, die in einer unvergleichlichen Tiefe die Finanzmärkte durchdrungen haben. Dass sich nicht jedes Konzept sofort erschließt, tut dem Verständnis allerdings keinen Abbruch, da Schwager an zahlreichen Stellen Erläuterungen einfügt. Der Kernpunkt ist: Man versteht, wie Hedgefonds-Manager denken und dies ist durchweg faszinierend. Man staunt, wie viel Handarbeit und Marktgespür noch in den Hedgefonds steckt und was für außergewöhnliche Charaktere in diesem Geschäft tätig sind.

Was kannst Du aus dem Buch mitnehmen?

Das Buch „Magier der Märkte – Next Generation, Teil 1: Die Makro Gurus“ zeigt zum Einen, wie tiefgehend man die Märkte wirklich verstehen kann und muss. Die gilt sicherlich besonders für Makro-Strategien, den Band 1 der dreiteiligen Reihe gewidmet ist. Des Weiteren gibt es auch im 21. Jahrhundert noch Marktineffizienzen, mit denen sehr viel Geld verdient wird. Jeder Trader – so scheint es durch alle Interviews durch – ist dabei gut beraten, einen eigenen Stil zu entwickeln und niemals aufzugeben. Viele der heutigen Milliardäre sind viele Male gescheitert und haben sich unzählige Male anhören müssen, dass Sie es nicht drauf hätten. Auch wenn es sicherlich für den ein oder anderen verführerisch sein mag, dies zu hören, lernt man, wie kritisch die interviewten Trader mit sich sind und wie Ihnen Marktverhalten ins Rückenmark übergegangen ist. Fachlich habe ich aus Teil 1 mitgenommen, dass Korrelationen aller Märkte enorm wichtig sind (Zinsen, Devisen, Anleihen, Aktienmärkte – und zwar länderübergreifend), um einzelne Märkte zu verstehen. Ich freue mich nach der Lektüre sehr auf Teil 2 und 3 der Reihe, in denen es um Aktientrader und um Multistrategien geht.

Persönliche Entwicklung: +++

Informationsgehalt: +++

Lesbarkeit: ++

Straubhaar

[Rezension] Thomas Straubhaar: Die Stunde der Optimisten: So funktioniert die Wirtschaft der Zukunft

Das Buch von Thomas Straubhaar zu besprechen, fällt nicht leicht. Kerngedanke des Buches und zugleich Politikempfehlung des Autors ist es, das Konzept der Residenz auf die Wirtschaftspolitik zu übertragen. Was soll das heißen? Straubhaar geht davon aus, dass es der Menschheit noch nie so gut ging wie heute. Verglichen mit anderen Menschheitsepochen verfügen größere Teile der Weltbevölkerung über einen angemessenen Lebensstandard bei relativ hoher Sicherheit als je zuvor. Dennoch fühlten sich viele Menschen entwurzelt und ausgeschlossen. Der Lösungsansatz von Straubhaar geht dahin, den permanenten und immer schnelleren Wandel als Prämisse zu betrachten. Was kann angesichts unaufhaltbaren (digitalen) Wandels geleistet werden, damit die Gesellschaften nicht gespalten und Menschen sich überfordert fühlen? Dem permanenten Wandel kann nach Straubhaar nur durch permanente Anpassung in Form von Resilienz begegnet werden. Wer resilient ist, ist dem Wandel nicht ausgeliefert, sondern durch diesen unbeeindruckt.

Lesenswert?

Allemal. Allerdings mit Einschränkungen. Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich mehr über die Gesellschaft von Morgen und über Digitalisierung „hinter den Kulissen“ erfahren wollte. Es scheint, als ob das Label „digital“ in vielen Bereichen wichtiger ist als der Inhalt. Wer tatsächlich Details erfahren möchte, wird aber bei Straubhaar nicht fündig, weil im Wesentlichen die Gesellschaft von Morgen als Prophezeiung beschrieben wird. Dabei wird sehr intensiv und wiederholend auf Datenschätze, Big Data usw. abgestellt, diese Begriffe werden aber nicht mit Details unterlegt. Was wird genau von welchen Unternehmen heute entwickelt? Wer sich hierzu ein tiefergehendes Verständnis erhofft, geht leider fast leer aus. Dass der Lösungsansatz („Resilienz“) für eine sehr schnell gewordene gesellschaftliche Entwicklung charmant ist, bleibt davon unberührt.

Persönliche Entwicklung: 0

Informationsgehalt: +

Lesbarkeit: ++

Amazon

Werbung als Kleinverlag bei Amazon KDP – Auf der Suche nach Passierschein A38 [Erfahrungsbericht]

Dass Amazon wegen seinen verdrängenden Praktiken kritisiert wird, ist nicht unbekannt. Ich habe dies als Kleinverleger immer von der positiven Seite gesehen. Denn Amazon hat es geschafft, die Eintrittshürden für den Buchmarkt extrem zu senken. Hierdurch tritt einerseits eine Wettbewerbsverschärfung ein, weil alt eingesessene Verlage mit angestellten Lektoren und verzweigten Vertriebswegen andere Kostenstrukturen und Schwierigkeiten haben, Schritt zu halten. Was aus Sicht eines alt eingesessenen Verlages problematisch sein kann, ist aus Sicht des Autors erstmal toll: Denn wer ein gutes Buch schreibt, kann dieses bei Amazon ohne großen Aufwand veröffentlichen.

Amazon: Gut oder Böse!?

Natürlich sollte ein Lektorat, Cover, Layout usw. professionell gestaltet werden, im Vergleich zu den Abläufen in einem großen Verlag ist dies jedoch vergleichsweise unaufwändig. Leider muss man dazu sagen, dass die niedrigen Eintrittshürden teilweise auch Qualitätseinbußen bringen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass hunderte Rezensionen kurz nach einer Buchveröffentlichung kaum zufällig sind. Ich weiß selbst von meinen Büchern, dass auf vielleicht 100 Buchverkäufe eine Rezension folgt, manchmal deutlich weniger. Wer allerdings ein gutes Buch schreibt, ist nicht davon abhängig, von einem Verlag entdeckt zu werden. Es gibt einige großartige Bücher, die von einer Vielzahl von Verlagen abgelehnt worden sind und dann zu Millionensellern wurden. Das bekannteste Beispiel dürfte „Harry Potter“ von J.K. Rowling sein, es gibt aber auch noch viele weitere.

Damit sind zwei Seiten eines „disruptiven“ Geschäftsmodells beschrieben, bei dem es Gewinner und Verlierer gibt. Es wird sich zeigen, wie gut Amazon für Qualität der Bücher und für ehrliche Rezensionen sorgen wird. Denn wer einmal ein gut bewertetes Buch kauft und dann enttäuscht 60 Seiten voller Druckfehler in den Händen hält, wird beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr zu Büchern aus Eigenverlagen greifen.

Gute Ideen setzen sich durch 

Bisher war ich bei dieser Entwicklung des Buchmarktes eher auf Seiten von Amazon. Gute Ideen setzen sich immer durch und dass Amazon derart niedrige Eintrittshürden für Autoren geschaffen hat, die sich nicht zu niedrigsten Tantiemen an Großverlage binden müssen, ist wie gesagt eine tolle Sache. Nun habe ich jedoch Erfahrungen gemacht, die mich daran zweifeln lassen, ob Amazon doch zerstörerischer ist als gedacht.

Der Hintergrund ist, dass ich für meine in der Reihe Rechtsbildung erschienenen Gesetzestexte Werbung bei Amazon schalten wollte. Der Markt der Gesetzestexte ist vom Beck-Verlag dominiert, der in sehr hoher Auflage die weißen Gesetzesbände mit den bunten Buchstaben als Taschenbuch veröffentlicht und die wohl fast jeder kennt. Die Idee einer Herausgabe von Gesetzesbänden entstand bei mir aus der Idee heraus, dass in den kleinen Beck-Texten kein ausreichender Platz vorhanden ist, um sich Randbemerkungen zu machen. Randbemerkungen und Kommentierungen sind jedoch ein sehr wichtiger Aspekt bei der Arbeit mit Gesetzen: Man muss sich Definitionen merken, Schaubilder zeichnen und Einzelfälle bilden. Bei den Beck-Texten ist dieser Platz nicht vorhanden und die Seiten sind zudem sehr dünn, so dass man diese schnell „durchgeschrieben“ hat. In der Reihe Rechtsbildung erscheinen daher Gesetzestexte, die einen breiten Rand genau hierfür haben. Macht man einen Kurs oder bereitet sich auf eine Prüfung vor kann man mit dem Gesetz durch die Kommentierungen wirklich vertieft arbeiten und lernen. Aus meiner Sicht ein klarer didaktischer Vorteil (einzig mit dem Wermutstropfen, dass man später in einer Prüfung die Texte in den meisten Fällen nicht verwenden darf).

Unter der Oberfläche: Systematisches undurchdringliches Dickicht

Die Reihe Rechtsbildung kommt gut an und verkauft sich bereits in geringer Stückzahl, was mich sehr freut. Man muss das Produkt aber erklären und um unter den mehreren Millionen Büchern gefunden zu werden, wollte ich Werbung schalten, wie man sie mittlerweile relativ häufig bei Büchern sieht. Und dann begann meine Reise hinter die Fassaden von Amazon, die ich hier schildern möchte, weil sie mich nachdenklich gemacht hat. Zunächst einmal kann man bei Amazon KDP (derzeit) nur Werbung auf englisch schalten, und zwar auf Amazon.com. Will man anderweitig Werbung schalten, und zwar für Amazon.de, gibt es eine Vielzahl von verschiedensten Services, u.A.

  • Sellercentral
  • Amazon Advantage
  • Amazon Marketing Services
  • Vendor Central

Es handelt sich jeweils um eigene Bereiche, für die unterschiedliche Spielregeln gelten, die teilweise miteinander verbunden sind, teilweise auch nicht. Das klingt verwirrend und genauso habe ich es auch erlebt. In der Seller Central kann man für Bücher keine Werbung schalten. Das habe ich aber erst erfahren als ich über Wochen technische Probleme mit dem Account hatte und diverse Gespräche mit dem Service und einigen E-Mail-Verkehr hinter mir hatte. Gut fand ich, dass mir eine Erstattung der gezahlten Gebühren angeboten wurde, weil ich den Service letztendlich nicht nutzen konnte.

Die Suche nach Passierschein A38

Anders als man es Verbraucher bei Amazon aber kennt, sind die Service-Mitarbeiter anscheinend darauf geschult, nur minimalste knappe Auskünfte zu geben. Es wird einem also nicht erklärt, wie das Dickicht der verschiedenen Services funktioniert, sondern nur bis maximal zum Tellerrand geholfen oder auf die Frage A oder B mit C geantwortet. Da ich beruflich sehr viel mit Behörden zu tun habe bin ich in dieser Hinsicht leiderprobt und geduldig, war von Amazon in dieser Hinsicht allerdings mehr als überrascht. Letzten Endes bin ich nach einigen Wochen hin und her, probieren, telefonieren, lesen von Nutzungsbedingungen usw. zu der Erkenntnis gekommen, dass man – Stand: heute (es war mal anders und wird wieder anders) – nur als Vendor Werbung schalten kann. Vendor wird man aber ausschließlich auf Einladung von Amazon. Das ist eine bittere Pille, da die Entwicklungskosten für die Reihe Rechtsbildung nicht unerheblich waren und das Produkt wie gesagt auf Werbung angewiesen ist. Nach den Berichten bei der Selfpublisherbibel soll über KDP zumindest bald Werbung bei Amazon.de möglich sein. Ich frage mich danach, warum dies niemand in den zahlreichen Gesprächen mitgeteilt hat, denn dann hätte ich mir einige Fehlermeldungen erspart. Nun sei’s drum.

Und zusammengefasst?

Die Quintessenz aus dieser Erfahrung ist für mich, dass Amazon als Vertriebskanal ein vielverzweigtes und fast schon hermetisch geschlossenes System ist, das die Bedingungen fortlaufend ändert und modifiziert. Die Änderungen müssen nicht per se schlecht sein. Die Änderungen sind für mich als Kleinverleger allerdings problematisch, weil die Bedingungen unmittelbar Auswirkungen auf die Produktplatzierungen etc. haben können. Besteht erst einmal eine gewisse Abhängigkeit, ist man den Geschäftsbedingungen ausgeliefert und wünscht sich mehr Verlässlichkeit. Dabei ist dies sicherlich ein Größenproblem, denn es ist verständlich, dass Amazon nicht auf jeden Einzelnen eingehen kann. Meine Erwartungen an die Kunden- und Bedienerfreundlichkeit von Amazon haben sich nun doch deutlich relativiert. Ich hoffe, dass Amazon in Zukunft gelingt, mehr auf die Bedürfnisse kleiner Autoren und Verlage einzugehen und in dieser Hinsicht eine bessere Informationspolitik fährt.

millionaire fastlane

„The Millionaire Fastlane“ von J.D. de Marco: Seriöser Ratgeber oder Marktschreierei?

Manches mal schrecken mich reißerische Buchtitel ab. Dies war auch bei „The Millionaire Fastlane – Crack the Code to Wealth and live rich for a lifetime“ so. Da ich selbst Autor bin ärgern mich schlecht recherchierte und schlecht redigierte Bücher, die mit viel Lärm – teilweise von selbsternannten „Experten“ – auf den Markt geworfen werden. Dabei fällt es teilweise selbst mir schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu entscheiden, welcher Autor wirklich in dem Thema seiner Bücher erfolgreich ist oder zumindest gewesen ist und aus eigener Erfahrung berichtet und welcher Autor seine Schreibtätigkeit nur als Mittel zum Zweck betrachtet. Irgendwann habe ich aus einer Laune heraus doch zugegriffen und habe mir das Buch gekauft.

„The Millionaire Fastlane“ ist besser als der Titel

Bei J.D. de Marco darf man trotz des reißerischen Titels sicher sein, dass er sein Buch nicht in erster Linie als Einkommensquelle betrachtet. Er hat nach eigenen Angaben vor allem im Online-Marketing sein Geld verdient und mehrere Unternehmen aufgebaut – dabei scheut er sich nicht, auch von seinen Fehlschlägen zu berichten und den bitteren Erfahrungen, die er teilweise machen musste. J.D. Marco war zu der Entstehung der ersten Online-Business-Ideen zur richtigen Zeit mit den richtigen Fähigkeiten an Ort und Stelle und hat die Chancen des Internets für sich genutzt. Dabei ist teilweise „The Millionaire Fastlane“ fast schon eine Zeitreise, weil sich aus meiner Sicht vieles heute anders darstellt als zu der Zeit, in der und über die das Buch geschrieben ist. Die Begriffe Disruption und Skalierbarkeit, die heute zu jedem hippen Startup-Smalltalk gehören, scheinen – ohne immer so benannt zu werden – durch die Zeilen durch. Die Grundidee von DeMarco ist dabei: Finde einen Wert, für den Menschen bezahlen (löse ein Problem) – Erreiche mit deiner Problemlösung viele Menschen über das Internet – Sorge dafür, dass dein Projekt skalierbar ist.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Das kommt euch bekannt vor? Das liegt daran, dass diese Gedanken heute schon ins allgemeine Gedankengut der Aspiranten von finanzieller Freiheit übergewandert ist und niemand mehr auf die Idee käme, ein Internetbusiness ohne diese Parameter zu gründen. Ist DeMarco daher alter Wein in neuen Schläuchen? Nein, das kann man so nicht sagen. Denn zu der Zeit als DeMarco sein Buch geschrieben hat war die Welt des Internetbusiness und der Startups noch nicht so weit entwickelt wie heute. Das Buch sehe ich daher mehr als eine Spurensuche zu den Anfängen und der Erfahrungen eines Entrepreneurs zu Beginn des Internets. Es ist lesenswert, in die Gedanken und Erfahrungen von DeMarco abzutauchen, um besser zu verstehen, wo die Anfänge des Internet-Business liegen und wo Prinzipien wie Skalierbarkeit herkommen. In dieser Hinsicht ist das Buch für mich vergleichbar mit der “ The 4-hour Work Week“ von Tim Ferriss, in dem das Dropshipping angepriesen wird.  Was früher einmal funktioniert hat funktioniert heute für die meisten nicht mehr, anders oder unter anderen Bedingungen. Es handelt sich damit um ein Buch, was „nach der großen Welle“ geschrieben ist.

Was kann man mitnehmen?

Mitnehmen konnte ich vor allem einen Reality Check. Denn DeMarco beschreibt sehr ausführlich, was mit einem funktionierenden Business möglich ist und welche Chancen ein skalierbares Internetbusiness bildet. Es ist in dieser Hinsicht ein Weckruf, sich nicht mit dem zufrieden zu geben, was man schon erreicht hat sondern zu erkennen, wie Erfolg wirklich aussieht. Aus meiner Sicht ist das Buch daher insgesamt eher für Menschen geeignet, die unbedingt sehr reich werden wollen, als für solche, die finanzielle Freiheit anstreben. Denn heute ein Internetbusiness aufbauen bedeutet – na klar – Blut, Schweiß und Tränen. Hierfür enthält das Buch gute Ansätze und ist ein toller Motivator.

Persönliche Entwicklung: ++

Informationsgehalt: ++

Lesbarkeit: ++

Buch des Monats: Dr. Peter Putz: Strategisch Investieren mit Aktienoptionen: Konservativer Vermögenszuwachs mit Stillhaltergeschäften

Aktienoptionen sind fast schon eine Frage des Glaubens: Während einige Optionen als „Teufelszeug“ und als Roulette begreifen, sind andere fest überzeugt von den regelmäßig hohen Renditen, die man mit Optionen erzielen könne. Seit einer Weile beschäftigt mich das Thema Optionen auch wieder vertieft und bereits zu Beginn durfte ich feststellen, dass der Einstieg kein leichter ist. Dies hängt u.A. damit zusammen, dass ich ein konservativer Anleger bin und dies beruht auf zwei meiner Handelsgrundsätze, die ich unter keinen Umständen verletzen möchte.

Never lose money

Eine dieser Weisheiten beruht auf Warren Buffett’s Weisheit: „Rule No. 1: Never lose money. Rule No. 2: Never forget about rule No. 2“. Warren Buffett hat Sinn für Humor.

Mache nur was Du verstehst

So weit so gut. Nur wir alle wissen, wie schwierig es ist, nicht auch Drawdowns wegzustecken, die nicht nur unweigerlich zum Börsengeschehen dazu gehören sondern auch dringend benötigte Erfahrung bringen. Das, was ich für mich aus dieser Weisheit ziehe ist, niemals eine Anlage zu tätigen, die ich nicht vollkommen verstanden habe. Dies ist meine zweite Maxime. Und hier fängt der Spaß an, denn die Welt der Optionen ist eine Welt für sich, bei der es viel zu gewinnen und viel zu verlieren gibt. Mit der Maßgabe, erst alles vollkommen verstanden zu haben, sind erhebliche Eintrittsschwellen für den Optionshandel gesetzt und ich bin dankbar, auf das Buch von Dr. Peter Putz, Strategisch Investieren mit Aktienoptionen: Konservativer Vermögenszuwachs mit Stillhaltergeschäften, gestoßen zu sein.

Strategisch Investieren mit Aktienoptionen ist ein gelungener Einstieg

Denn das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es angenehm zurückhaltend und nüchtern daherkommt und sich auf Vermittlung von Informationen in fast schon technischer Konsequenz beschränkt. Es werden, dies ist der erste Pluspunkt, keine Renditeversprechungen gemacht sondern vor allem auch Strategien zur Vermeidung von Risiken ganz klar beschrieben. Was das Buch nicht ist, ist ein vollständiges Handbuch zum Optionshandel, das Buch tritt aber auch nicht mit dem Anspruch an, ein solches zu sein. Wer Optionen wirklich verstehen will und das Rüstzeug bekommen möchte, in einer zurückhaltenden Art und Weise an den Optionshandel herangeführt zu werden, so dass man vielleicht nicht jede abgefahrene Optionsstrategie sofort durchdringt, aber die Preisbildung nach Black-Scholes versteht, die Optionsgriechen auseinanderhalten und die jeweiligen Kennzahlen bewerten kann, dem kann ich das Buch bedingungslos empfehlen. Das Rollen von Optionen hätte jedoch aus meiner Sicht noch ausführlicher beschrieben werden können, insbesondere wenn man sich vor Ablauf der Laufzeit die Frage stellt, ob man sich einbuchen lässt, sind hierfür klare Regeln hilfreich.

Ich habe mittlerweile schon zahlreiche Bücher zu Optionen gelesen und alle haben ihre Stärken und Schwächen. Manche sind zu technisch, andere sind zu salopp geschrieben und enthalten wiederum technische Fehler. Das Buch von Peter Putz ist in Technik und Lesbarkeit ausgewogen und hebt sich aus meiner Sicht daher positiv für den Einstieg ab. Er schafft es, das Thema Optionen so zu vermitteln, dass man versteht, wie Optionen kontrolliert gehandelt werden können.

Einzig bei der Charttechnik wäre aus meiner Sicht Anlass zur Kritik. Peter Putz bezeichnet die Charttechnik und technische Indikatoren als „funktionierend“. Ich bin jedoch der Ansicht, dass niemand anhand von Charts kurzfristige Kursverläufe vorhersagen kann. Aber dies ist ein anderes Kapitel.

Persönliche Weiterentwicklung: +

Informationsgehalt: +++

Lesbarkeit: +++

Buch des Monats: Ray Dalio’s „Principles“ – Was Du über das Buch wissen musst und wie es mir gefallen hat

Mein Buch des Monats ist Ray Dalio’s „Principles“

Ray Dalio muss man eigentlich nicht vorstellen, denn er ist einer der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager der Welt und zudem auch als Berater von Regierungen sowie als Ökonom häufig mehrfach in Erscheinung getreten. Insbesondere die Tatsache, dass Dalio seinen Fonds „Blackrock“ gut durch die Finanzkrise 2008 führte, hat seinen Ruf als Primus inter pares besiegelt. Wer Ray Dalio nicht kennt, wird entsprechend schnell auf Youtube fündig und kann sich sehr interessante Videos mit der Hedgefonds-Legende ansehen. Dabei sind auch Videos, die Dalios derzeitige Einschätzung der Martkphase wiedergeben, wobei deutlich wird, dass er einen größeren Einbruch innerhalb der nächsten zwei Jahre für wahrscheinlich hält. Eines der Videos bietet auch eine tolle und relativ aufwändig produzierte Zusammenfassung des Buches „Principles“. Sie kann hier abgerufen werden.

Worum geht es?

Das Buch „Principles“ ist der erste von zwei Teilen einer Serie von Dalio. Der zweite Teil ist noch nicht erschienen. In dem ersten – hier besprochenen – Teil geht es um Prinzipien für das Leben und die Arbeit, also in einem sehr breiten Kontext. Der zweite Teil der Serie wird „Prinzipien der Geldanlage“ enthalten. Dieser zweite Teil wirkt natürlich noch vielversprechender, weil er verheißt, Einblick in Dalio’s im Laufe seines Lebens gesammelte Erfahrungen an den Aktienmärkten zu geben. Hiervon ist allerdings auch in „Prinzipien für das Leben und die Arbeit“ schon sehr viel enthalten. Der erste Teil des Buches gibt eine Einführung in das Leben und Werk von Dalio, während der zweite Teil im wesentlichen eine Liste von kommentierten Prinzipien Dalio’s ist. Der erste Teil ist dabei als Erzählung gestaltet und gefällt mir am besten. Dalio schildert dabei, wie er im Prinzip vom Unternehmer aus der Garage bzw. Scheune zum einem milliardenschweren Hedgefonds gekommen ist und wovon er sich dabei hat leiten lassen. Dieser Teil nimmt einen sehr mit, weil der Identifikationsgrad hoch ist und man sich dabei ertappt zu denken: Das will ich auch schaffen.

Der Anlass für das Buch ist dabei ein im Grunde genommen wohltätiger: Dalio schreibt, dass er nach Übergabe der Verantwortung für Blackrock in einer Lebensphase sei, in der das Weitergeben seines Wissens an andere für ihn der größte Sinn im Leben sei. Dalio schreibt allgemein von einer hohen Warte aus und diese Position, so wird im Verlauf des Buches deutlich, stellt für ihn überhaupt eine grundlegende Perspektive dar. Für Dalio – so würde ich es mit meinen eigenen Worten zusammenfassen – geht es zentral um ein philosophisches Projekt, das er auf das Geldverdienen zugeschnitten hat. Ihm ist bewusst, dass wir als Menschen alle unterschiedliche Voraussetzungen haben und daher immer verzerrte Wahrnehmungen haben. Wir sehen die Dinge nie so, wie sie wirklich sind. Daher müssen wir zunächst radikal offen sein. Um die naturgegebene Sperre, Dinge so zu sehen, wie sie sind, zu überwinden, müssen wir uns mit anderen Menschen zusammenschließen und durch bestimmte Verfahren dafür sorgen, dass sich alle einbringen und am Ende die beste Idee gewinnt. Eine solche Unternehmensstruktur nennt Dalio „Ideenmeritokratie“. Persönlich spricht mich der Teil des Buches sehr an, der sich mit der Zyklik persönlicher Entwicklung befasst. Im Kern beschreibt dabei Dalio das, was wohl jeder Unternehmer erlebt: Der Aufbau eines Unternehmens ist ein Wechsel von Erfolg und Problem, wobei sich laufend durch Lösung von Problemen neue Probleme ergeben, die jeweils auf einer höheren Ebene liegen. Im Zeitverlauf ergibt sich dadurch ein Fortschritt, indem man durch den Wechsel von Problem und Lösung im Laufe eines Lebens immer höher steigt.

Was sind die Prinzipien?

Die Prinzipien, die Dalio darstellt, liegen auf verschiedenen Ebenen und sind sehr zahlreich. Im Wesentlichen ist der zweite Teil von „Principles“ eine Aufzählung der Prinzipien mit jeweiliger Erläuterung, die an Marc Aurels „Selbstbetrachtungen“ erinnert. Mir hat der erste Teil des Buches besser gefallen, in dem erzählerisch persönliche Einblicke in die Welt eines der erfolgreichsten Menschen der Welt gewährt werden. Man kann aus meiner Sicht mitnehmen, dass Probleme etwas sehr Willkommenes sind, weil Sie persönlichen Wachstum erst ermöglichen, indem man sie löst und damit zu höheren Ebenen aufsteigt. Das nächste größere Problem warten schon darauf, bewältigt zu werden und es wird einem die Chance verleihen, wieder ein Stück besser zu werden. Ein weiterer Aspekt ist, sich nicht zu sehr auf sich selbst zu verlassen. Selbst ein zutiefst analytischer Mensch wie Dalio rät dazu, den Austausch mit anderen zu suchen und damit der Wahrheit näher zu kommen. Wenn ich Dalio’s Prinzipien auf einen Rat zusammenfassen müsste, würde ich sagen: „Such dir großartige Menschen mit ähnlichen Zielen aber anderen Eigenschaften“. Erst im Austausch mit anderen wird es möglich, wirklich an die Spitze zu kommen.

Was bringt dir das Buch und lohnt sich der Kauf?

Die Prinzipien sind eine Reflexion auf ein fast schon beispiellos erfolgreiches Leben und Werk, in dessen Zentrum der Finanzmarkt steht. Von jemandem, der seit über 40 Jahren an den Märkten der Welt sehr erfolgreich unterwegs ist, Ratschläge für den Erfolg zu lesen, hat schon eine besondere Faszination für mich gehabt. Natürlich enthält das Buch keine konkreten Ratschläge zu Anlagen, man kann allerdings schon zu den Ausführungen, wie Dalio Probleme gelöst und Anlagen entwickelt hat, sehr viel lernen (etwa zum Thema Korrelationen / Asset Allocation). Der Gedanke ist: Je breiter das Fundament, desto höher kann man bauen. Für Dalio geht es eben nicht nur um Anlagestrategien, sondern auch um Menschen und das Miteinander. Dass er dieses Miteinander feinstens analysiert hat, ist vielleicht sogar sein großartigstes Erfolgsrezept, auch wenn manche Betrachtungen, alle Abläufe der Realität als „Maschine“ zu begreifen, stellenweise etwas sehr profan wirken. Von den Prinzipien der Geldanlage verspreche ich mir insbesondere noch mehr über seine Bewältigungsstrategien bei Turbulenzen an den Märkten zu lesen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es bedenkenlos – was ich schon häufig im Freundeskreis getan habe – weiterempfehlen.

Wenn Ihr es lesen sollten oder gelesen habt, schreibt mir doch kurz einen Kommentar, ich bin gespannt, was Ihr aus dem Buch mitgenommen habt bzw. mitnehmt!

Über den u.A. Link könnt Ihr etwas in dem Buch stöbern oder das Buch kaufen (Affiliate-Link).

 

Psychologie der Massen

Die Psychologie der Massen für Aktionäre

Ich freue mich sehr darüber, dass mein neues Buch, „Gustave Le Bon an der Börse: Die Psychologie der Massen für Aktionäre“ fertig ist und demnächst – noch im September – erscheint! Das Buchprojekt lag mir besonders am Herzen.

Oftmals wird mit der richtigen Mentalität an der Börse – unabhängig davon, ob als Value-Anleger oder als Trader – verbunden, sich von seinen Emotionen zu befreien und möglichst rationale Entscheidungen zu treffen. Wenn man so weit ist, vermeintlich oder wirklich rationale Entscheidungen zu treffen und dies mehr und mehr trainiert, kann sich dennoch Enttäuschung einstellen. Denn die anderen Anleger, die Masse, hat sich möglicherweise aus schierer Panik oder wegen einer Sensationsmeldung aus einer Aktie verabschiedet. Für Value-Anleger ist dies in der Regel weniger schlimm, da nicht von kurzfristigen Kursbewegungen sondern von langfristig werthaltigen Investments profitiert wird. Auch bei der langfristigen Anlage ist es indes von erheblicher Bedeutung, wie „die Masse tickt“. Welche Einstiegskurse können erzielt werden? Wird aus Angst vor Shortsellern der Kurs die nächsten Monate stagnieren? Handelt es sich um ein fallendes Messer oder ist der Boden schon erreicht? All dies sind Fragen, auf die man zwar selten eindeutige Antworten findet, mit denen es sich aber sehr lohnt, sich zu beschäftigen. Bei der Beschäftigung mit der Massenpsychologie kommt man an Gustave Le Bon nicht vorbei.

Gustave Le Bon war ein wissenschaftliches Multitalent und gilt als der Erfinder der Massenpsychologie. Sein berühmtes Standardwerk, die „Psychologie der Massen“, das unfassbar viele Einsichten über das Verhalten von Massen enthält, habe ich bearbeitet und für Aktionäre umfassend kommentiert, die dieses als Reflexion und als Nachschlagewerk nutzen können. Das entstandene Werk soll ein Denkanstoß sein, sich mit den Fragen und Prognosen des Massenverhaltens an der Börse zu beschäftigen. Die Einsichten Le Bons können so für Anleger und Aktionäre nutzbar gemacht und der Schatz allgemeiner Einsichten über die Psychologie der Massen für Aktionäre gehoben werden.

Ich bin überzeugt, dass sich die Beschäftigung mit den Erwartungshaltungen an das Massenverhalten von Anlegern lohnt. Dies gilt für das entstandene Werk umso mehr, als Michael C. Kissig von intelligent-investieren.net das Vorwort geschrieben und damit einen hervorragenden Einblick in die Welt der Behavioral Finance und den Einstieg in das Werk von Le Bon mit meiner Kommentierung gegeben hat.

10% der Erlöse des Buches werden an eine psychosoziale Hilfseinrichtung gespendet.

Ich bin nun auf das Erscheinen (voraussichtlich noch in der ersten Septemberhälfte) und das Feedback auf das Buch gespannt, das hoffentlich Vielen ein Stück hilft, zu noch besseren Anlegern zu werden!

 

Aktien für Anfänger

Aktien für Anfänger und Fortgeschrittene in den marktEINBLICKEN

In der Bücherecke der aktuellen Ausgabe der marktEINBLICKE ist eine Kurzrezension zu meinem Buch Aktien für Anfänger und Fortgeschrittene – Vermögen mit ETF und Einzelaktien aufbauen erschienen. Über die positive Resonanz habe ich mich sehr gefreut! In der Rezension heißt es unter anderem: „Die zahlreichen Querverweise machen das Buch zu einem tollen Nachschlagewerk. Und: Auch alte Hasen lernen bekanntermaßen immer wieder dazu.“

Meine 3 Lieblingsbücher über Finanzen…

…sind keine wirklichen Finanzbücher. Denn meine Überzeugung ist, dass kluge Entscheidungen in Finanzdingen nicht (nur) daher kommen, Kennzahlen zu verstehen und Bilanzen lesen zu können. Weiterlesen

Finanzbildung: „Einfach Investieren“ von Till Schwalm ist ein gutes weiterführendes Buch zum Value-Investing

Die Aktionärskultur in Deutschland scheint derzeit einen zaghaften Wandel zu erleben. Das notorische Mahnen vieler Finanzmarktexperten vor renditearmen Anlageformen wie Sparbücher und Tagesgeld scheint langsam Früchte zu tragen. Zuletzt berichtete die FAZ, in Deutschland gebe es so viele Aktionäre wie seit 2003 nicht mehr. Weiterlesen