Die Aktie der Intesa Sanpaolo: Nachkaufen? Verkaufen? Halten?

Die Aktie der italienischen Bank Intesa Sanpaolo sind nach den politische Wehen in Italien gehörig unter die Räder geraten. Es ist jetzt die Frage ob, jetzt die Zeit für ein Contrarian Investment in die Aktie der Intesa Sanpaolo ist. Es ging für die Bankaktie um etwa 20% nach unten. So wie viele andere italienische Bankaktien erfolgte die Abwertung in Folge der politischen Wehen in Italien. Kann man jetzt als Contrarian zugreifen?

Intesa Sanpaolo Aktie; Quelle: Finanzen.net

Attraktive innere Werte

Die Analystenmeinungen sind gespalten zwischen Buy and Hold. Es scheint also angesichts eines Kursabschlags von 20% gute Gründe für einen Kauf zu geben, wenn die Bank Intesa Sanpaolo fundamental gut aufgestellt ist und die Risiken beherrschbar sind. Doch ist dies der Fall? Die Dividendenrendite von fast 8% (0,203 EUR / Aktie) ist jedenfalls verlockend und lässt ein Contrarian-Investment als reizvoll erscheinen (auch wenn die Dividende unlängst am 23. Mai 2018 ausgezahlt wurde). Handelt es sich um eine kurzfristige Abwertung oder ist fundamental die Lage aktuell neu zu bewerten?

Politische Börsen oder große Risiken?

Die Abwertung der Aktie von Indes Sanpaolo erfolgte im Zusammenhang mit dem Rating Downgrade durch Moody’s. Die Analysten folgten teilweise auf dem Fuß und gingen mit ihren Ratings ebenfalls herunter. Die Umsätze die erst am 6.5.2018 veröffentlicht worden waren, sind indes weiterhin stabil, sogar über den Erwartungen. Es geht also insbesondere um die Sorge davor, dass die Bank bzw. die Aktie der Intesa Sanpaolo durch die politischen Unruhen unter die Räder kommt und die weitere Verschuldung Italiens zu einem Problem für das Bankhaus wird. Wie das ausgeht, ist zwar ungewiss. Ich werde aber die Gelegenheit nutzen, um Aktien nachzukaufen, da ich Intesa Sanpaolo nach wie vor für die stabilste Bank Italiens halte. Manchmal muss man nicht schneller sein als der Löwe, sondern nur schneller als die anderen Gazellen. Wie immer gilt der Grundsatz: Politische Börsen haben kurze Beine.

Deutsche Bank: Ist die Zeit reif für ein Contrarian Investment?

Es gibt Aktien von Banken, die sich an der Börse vergleichsweise gut nach der mittlerweile zehn Jahre zurückliegenden Finanzkrise entwickelt haben und es gibt die Aktien der Deutschen Bank. Der Langzeitchart zeigt, dass die Aktie des größten deutschen Bankhauses seither nie wieder richtig auf die Beine gekommen ist. Kommt jetzt endlich die Zeit der Contrarians?

Aktie Deutsche Bank; Quelle: Finanzen.net

Lange Zeit riss der negative Newsflow nicht ab, selbst als die Ära Cryan angebrochen war und nach außen hin zunehmend der Eindruck des Aufräumens sowie einer Mittelstandsbank vermittelt werden sollte. Die Ereignisse überschlugen sich förmlich – Abspaltung des Investmentbanking ja oder nein? Börsengang der Postbank ja oder nein? Geldwäscheverdacht in Russland! Hohe Strafzahlung in den USA! Dass die Aktie relativ gut durch die Finanzkrise gekommen war, erwies sich später als trojanisches Pferd: Die Aufarbeitung von zweifelhaften Geschäftspraktiken zog lange Nachwehen nach sich und hielt die Aktionäre der Bank in Atem.

Lange Leidenszeit für die Aktionäre

Die Aktionäre, die der Aktie der Deutschen Bank die Treue hielten, wurden in ihrer Leidensfähigkeit auf die Probe gestellt. Denn nicht nur erfolgten mehrere, insgesamt vier, Kapitalerhöhungen in sieben Jahren, es wurden auch noch Bonuszahlungen geleistet, die gemessen an der Performance nur als erstaunlich bezeichnet werden können. Nachdem Christian Sewing nun das Ruder in der Hand hält, sind die Signale klar: Ruhe soll (abermals) einkehren, es soll Seriosität und die Bank als vertrauensvoller Partner etabliert werden. Insbesondere der Ruf der Bank hatte in den letzten zehn Jahren schwer gelitten und die Aktionäre fragten zu recht danach, wie die Bank wieder Geld verdienen will, angesichts der durch niedrige Zinsen erschwerte Bedingungen und die Altlasten der Deutschen Bank.

Die Aktie der Deutschen Bank: Ein Zockerpapier? Ein Contrarian Investment?

Schnell war in Bezug auf die Aktie der Deutschen Bank die Rede von einem „Zockerpapier“. Angesichts der unklaren langfristigen Aussichten und der hohen Volatität ist diese Bewertung nicht fernliegend. Dabei war fundamental gesehen die Lage nicht so schlecht, wie es der Aktienkurs vermuten ließ. Nur konnte die Bank nicht das Vertrauen der Aktionäre zurückgewinnen. Bricht unter der Führung von Sewing nun eine neue Ära an? Kommt der Turnaround und es ist Zeit für ein Contrarian Investment? Als Contrarian bin ich immer an der langfristigen Entwicklung interessiert und hierfür vermag ich derzeit nichts zu erkennen, was – abgesehen von einer kurzfristigen Spekulation – erkennen ließe, dass ein fundamentaler Wandel der Geschäftskultur, eine Zeit des Vertrauens eingesetzt hat und sich auch in Geschäftsfeldern auszahlt. Wer jetzt einsteigt, muss sich fragen, ob er eine oder sogar mehrere Kapitalerhöhungen mitgehen will, bevor sich langfristig ein Investment auszahlen kann – aber nicht muss. Wer an Bankenwerten interessiert ist, findet aktuell mit US-Werten, der HSBC, der UOB oder Intesa Sanpaolo (ja, in Italien!) wesentlich interessantere Bank-Aktien, die indes teilweise schon etwas teuer geworden sind.

Commerzbank und Deutsche Bank: geht die Schere auf?

Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank haben sich in vielen Fällen in der Vergangenheit parallel entwickelt: Prügelknaben wegen verschiedentlicher Probleme aus der Vergangenheit, Verlierer des Niedrigzinsumfelds. Als alle die Aktien deutscher Banken totgesagt haben, ergaben sich daher gute Einstiegschancen für diejenigen, die auf langfristige Zinserhöhungen setzen. Natürlich ein klassisches Contrarian-Investment, denn die Risiken vor […]

Griechenland-Aktien

Die Politik und die griechischen Märkte: Quo vadis?

Die griechische Politik soll 105 der 140 der zugesagten Reformen umgesetzt haben, wie EU-Währungskommissar Pierre Moscovici äußerte. Auch die Wirtschaft ist positiver gestimmt für Griechenland. Bei der Welt war zu lesen, dass aktuell die „Pleitewahrscheinlichkeit“ mit unter 40 % so gering wie zuletzt 2014 eingeschätzt wird. Für griechische Staatsanleihen soll so viel gezahlt werden wie seit 2009 nicht […]

Die Deutsche Bank als Sicherheit im Depot

Wie kaum eine andere deutsche Aktie, ist die Deutsche Bank in den letzten Jahren als „Zockerpapier„, so etwa aktiencheck.de im Februar 2016, gescholten worden und hat immer wieder die Nerven von Anlegern auf die Probe gestellt, die auf den Turnaround gesetzt haben. Es war eine große Herausforderung, nicht in das „falling knife“ zu greifen.

Griechenland-Aktien

Wann kommen die Griechenland-Aktien?

Die Idee, auf eine Erholung der griechischen Wirtschaft zu setzen, ist nicht neu. Etwa hat der Schwiegersohn von Hillary und Bill Clinton, Marc Mezvinsky der New York Times zufolge mit dem Eaglevale Hellenic Opportunity Fund die investierten 25 Mio. Dollar größtenteils verloren, weil auf eine zu schnelle Erholung der griechischen Wirtschaft gesetzt worden war. Es gibt aber […]