Buch des Monats: Ray Dalio’s „Principles“ – Was Du über das Buch wissen musst und wie es mir gefallen hat

Mein Buch des Monats ist Ray Dalio’s „Principles“

Ray Dalio muss man eigentlich nicht vorstellen, denn er ist einer der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager der Welt und zudem auch als Berater von Regierungen sowie als Ökonom häufig mehrfach in Erscheinung getreten. Insbesondere die Tatsache, dass Dalio seinen Fonds „Blackrock“ gut durch die Finanzkrise 2008 führte, hat seinen Ruf als Primus inter pares besiegelt. Wer Ray Dalio nicht kennt, wird entsprechend schnell auf Youtube fündig und kann sich sehr interessante Videos mit der Hedgefonds-Legende ansehen. Dabei sind auch Videos, die Dalios derzeitige Einschätzung der Martkphase wiedergeben, wobei deutlich wird, dass er einen größeren Einbruch innerhalb der nächsten zwei Jahre für wahrscheinlich hält. Eines der Videos bietet auch eine tolle und relativ aufwändig produzierte Zusammenfassung des Buches „Principles“. Sie kann hier abgerufen werden.

Worum geht es?

Das Buch „Principles“ ist der erste von zwei Teilen einer Serie von Dalio. Der zweite Teil ist noch nicht erschienen. In dem ersten – hier besprochenen – Teil geht es um Prinzipien für das Leben und die Arbeit, also in einem sehr breiten Kontext. Der zweite Teil der Serie wird „Prinzipien der Geldanlage“ enthalten. Dieser zweite Teil wirkt natürlich noch vielversprechender, weil er verheißt, Einblick in Dalio’s im Laufe seines Lebens gesammelte Erfahrungen an den Aktienmärkten zu geben. Hiervon ist allerdings auch in „Prinzipien für das Leben und die Arbeit“ schon sehr viel enthalten. Der erste Teil des Buches gibt eine Einführung in das Leben und Werk von Dalio, während der zweite Teil im wesentlichen eine Liste von kommentierten Prinzipien Dalio’s ist. Der erste Teil ist dabei als Erzählung gestaltet und gefällt mir am besten. Dalio schildert dabei, wie er im Prinzip vom Unternehmer aus der Garage bzw. Scheune zum einem milliardenschweren Hedgefonds gekommen ist und wovon er sich dabei hat leiten lassen. Dieser Teil nimmt einen sehr mit, weil der Identifikationsgrad hoch ist und man sich dabei ertappt zu denken: Das will ich auch schaffen.

Der Anlass für das Buch ist dabei ein im Grunde genommen wohltätiger: Dalio schreibt, dass er nach Übergabe der Verantwortung für Blackrock in einer Lebensphase sei, in der das Weitergeben seines Wissens an andere für ihn der größte Sinn im Leben sei. Dalio schreibt allgemein von einer hohen Warte aus und diese Position, so wird im Verlauf des Buches deutlich, stellt für ihn überhaupt eine grundlegende Perspektive dar. Für Dalio – so würde ich es mit meinen eigenen Worten zusammenfassen – geht es zentral um ein philosophisches Projekt, das er auf das Geldverdienen zugeschnitten hat. Ihm ist bewusst, dass wir als Menschen alle unterschiedliche Voraussetzungen haben und daher immer verzerrte Wahrnehmungen haben. Wir sehen die Dinge nie so, wie sie wirklich sind. Daher müssen wir zunächst radikal offen sein. Um die naturgegebene Sperre, Dinge so zu sehen, wie sie sind, zu überwinden, müssen wir uns mit anderen Menschen zusammenschließen und durch bestimmte Verfahren dafür sorgen, dass sich alle einbringen und am Ende die beste Idee gewinnt. Eine solche Unternehmensstruktur nennt Dalio „Ideenmeritokratie“. Persönlich spricht mich der Teil des Buches sehr an, der sich mit der Zyklik persönlicher Entwicklung befasst. Im Kern beschreibt dabei Dalio das, was wohl jeder Unternehmer erlebt: Der Aufbau eines Unternehmens ist ein Wechsel von Erfolg und Problem, wobei sich laufend durch Lösung von Problemen neue Probleme ergeben, die jeweils auf einer höheren Ebene liegen. Im Zeitverlauf ergibt sich dadurch ein Fortschritt, indem man durch den Wechsel von Problem und Lösung im Laufe eines Lebens immer höher steigt.

Was sind die Prinzipien?

Die Prinzipien, die Dalio darstellt, liegen auf verschiedenen Ebenen und sind sehr zahlreich. Im Wesentlichen ist der zweite Teil von „Principles“ eine Aufzählung der Prinzipien mit jeweiliger Erläuterung, die an Marc Aurels „Selbstbetrachtungen“ erinnert. Mir hat der erste Teil des Buches besser gefallen, in dem erzählerisch persönliche Einblicke in die Welt eines der erfolgreichsten Menschen der Welt gewährt werden. Man kann aus meiner Sicht mitnehmen, dass Probleme etwas sehr Willkommenes sind, weil Sie persönlichen Wachstum erst ermöglichen, indem man sie löst und damit zu höheren Ebenen aufsteigt. Das nächste größere Problem warten schon darauf, bewältigt zu werden und es wird einem die Chance verleihen, wieder ein Stück besser zu werden. Ein weiterer Aspekt ist, sich nicht zu sehr auf sich selbst zu verlassen. Selbst ein zutiefst analytischer Mensch wie Dalio rät dazu, den Austausch mit anderen zu suchen und damit der Wahrheit näher zu kommen. Wenn ich Dalio’s Prinzipien auf einen Rat zusammenfassen müsste, würde ich sagen: „Such dir großartige Menschen mit ähnlichen Zielen aber anderen Eigenschaften“. Erst im Austausch mit anderen wird es möglich, wirklich an die Spitze zu kommen.

Was bringt dir das Buch und lohnt sich der Kauf?

Die Prinzipien sind eine Reflexion auf ein fast schon beispiellos erfolgreiches Leben und Werk, in dessen Zentrum der Finanzmarkt steht. Von jemandem, der seit über 40 Jahren an den Märkten der Welt sehr erfolgreich unterwegs ist, Ratschläge für den Erfolg zu lesen, hat schon eine besondere Faszination für mich gehabt. Natürlich enthält das Buch keine konkreten Ratschläge zu Anlagen, man kann allerdings schon zu den Ausführungen, wie Dalio Probleme gelöst und Anlagen entwickelt hat, sehr viel lernen (etwa zum Thema Korrelationen / Asset Allocation). Der Gedanke ist: Je breiter das Fundament, desto höher kann man bauen. Für Dalio geht es eben nicht nur um Anlagestrategien, sondern auch um Menschen und das Miteinander. Dass er dieses Miteinander feinstens analysiert hat, ist vielleicht sogar sein großartigstes Erfolgsrezept, auch wenn manche Betrachtungen, alle Abläufe der Realität als „Maschine“ zu begreifen, stellenweise etwas sehr profan wirken. Von den Prinzipien der Geldanlage verspreche ich mir insbesondere noch mehr über seine Bewältigungsstrategien bei Turbulenzen an den Märkten zu lesen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es bedenkenlos – was ich schon häufig im Freundeskreis getan habe – weiterempfehlen.

Wenn Ihr es lesen sollten oder gelesen habt, schreibt mir doch kurz einen Kommentar, ich bin gespannt, was Ihr aus dem Buch mitgenommen habt bzw. mitnehmt!

Über den u.A. Link könnt Ihr etwas in dem Buch stöbern oder das Buch kaufen (Affiliate-Link).

 

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