Markttechnik

Bei der Markttechnik geht es zusammengefasst darum, typische Abläufe der Kursentwicklung und des Verhaltens von Käufern und Verkäufern zu nutzen, um zu erkennen, wann der Kurs kurzfristig wieder fallen und steigen wird. Die grundsätzlich richtige Erkenntnis, auf der die Markttechnik fußt, ist, dass ein Nachfrageüberschuss über das Angebot den Kurs nach oben treibt. Dies ist der grundlegende Mechanismus der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage.

In der Folge einer Kurssteigerung entsteht nach markttechnischer Betrachtung ein Trend, das zahlreiche Marktbeobachter durch die Nachrichten aufmerksam auf den Trend werden und die Aktie ebenfalls kaufen. Entsprechend der Markttechnik wird nun der erste Käufer, der für die Steigerung gesorgt hat, im Plus sein und daher oftmals die Aktie verkaufen wollen, weil er schon einen ordentlichen Gewinn machen kann. In der Regel handelt es sich hierbei um einen institutionellen Anleger, denn nur ein entsprechend großer Kauf sorgt für eine satte Kurssteigerung, sodass andere aufmerksam auf die Aktien werden und ein Trend entstehen kann. Wenn dieser jetzt verkauft und Gewinn macht, fällt der Kurs natürlich wieder. Wenn die Anleger, die auf den Trend aufgesprungen sind, jetzt ebenfalls verkaufen, fällt der Kurs noch etwas weiter und sorgt dafür, dass andere wieder eine Einstiegschance sehen und weitere Beobachter der Aktie diese kaufen.

Der Kurs steigt also wieder und es entsteht eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Dieses Spiel setzt sich nun im weiteren zeitlichen Verlauf fort, sodass der typische Zickzackkurs eines Aktiencharts entsteht. Dabei kann ein solcher Trend sich nach oben und nach unten entwickeln. Die Rede ist dann von einem Aufwärts- oder Abwärtstrend. Einen Trendbruch zeichnet dabei jeweils aus, dass ein vorheriges Hoch oder Tief, an dem der Kurs jeweils vorher „drehte“, unter- oder überschritten wird. Markttechniker wollen sich diesen Verlauf zunutze machen, um den perfekten Einstieg in einen Trend zu finden, an dem verschiedene Orders zusammentreffen und solche Trader, die vorher auf fallende Kurse gesetzt hatten, die Aktie kaufen müssen, um ihre Verluste zu begrenzen. Zudem wird erwartet, dass andere wegen des steigenden Kurses in den Trend einsteigen und es damit zu einem Dominoeffekt kommt.

Die wesentliche Frage, die es im Einzelnen bei einem markttechnischen Einstieg zu beantworten gilt, ist, ob ein eindeutiger Trend erkennbar ist und an welcher Stelle sich der Trend befindet. Hierzu gibt es eine unfassbar große Vielfalt von Analysemethoden, Studien und entsprechenden Büchern, Tools, Begriffen und Formationen, die ein solches Aufspüren eines Trends anhand der bloßen Analyse eines Aktienkurses ermöglichen sollen. Es ist die Rede von „technischen Kaufs- oder Verkaufssignalen“, die durch Durchschreiten von bestimmten Durchschnittslinien, der 38-Tage-, der 100-Tage- oder der 200-Tage-Linie entstehen.

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  1. […] der richtigen Mentalität an der Börse – unabhängig davon, ob als Value-Anleger oder als Trader – verbunden, sich von seinen Emotionen zu befreien und möglichst rationale Entscheidungen zu […]

  2. […] kurzfristig orientierten Trader sind dagegen auf schnelles Geld aus und bedienen sich zumeist der Chartanalyse, um Marktverhalten […]

  3. […] die Einträge Markttechnik und […]

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